Niederwieser: Frauenförderung für Gehrer kein Thema - ÖVP-Konzept steht noch immer aus

Österreich ist EU-weites Schlusslicht bei Forscherinnen-Quote

Wien (SK) Das von der SPÖ im Rahmen der Sondierungsgespräche geforderte Konzept, wie die ÖVP eine Steigerung der Frauenquote im Wissenschaftsbereich erreichen wolle, stehe nach wie vor aus, bedauert SPÖ-Wissenschaftssprecher Erwin Niederwieser. Die Ministerin schweige eisern, "einzig die Tatsache, dass eine Frau das Ressort leite, ist kein Garant für gezielte Frauenförderung", stellt Niederwieser am Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ fest. ****

Wie wichtig ein Frauenförderungsprogramm sei, zeige die jüngst veröffentlichte Studie von EU-Kommissar Busquin, wonach Österreich mit neun Prozent Frauenanteil in der Industrieforschung EU-weites Schlusslicht sei. Auch bei der Bestellung "frauenfreier Universitätsräte" sollten bei Gehrer die Alarmglocken läuten. Stattdessen plane die ÖVP eine umfassende Neuordnung der Forschungslandschaft, "die ihren politischen Einfluss stärkt, ohne inhaltliche Verbesserungen aufzuweisen", kritisierte Niederwieser.

Der Frauenanteil in Österreichs Forschungslandschaft sei besorgniserregend. "Unter den gesamten ForscherInnen sind in Österreich 19 Prozent weiblich, in der industriellen Forschung nur neun Prozent", so der SPÖ-Wissenschaftssprecher. Mit mangelndem Nachwuchs könne diese extreme Schieflage nicht argumentiert werden. Vielmehr fehle es an Maßnahmen, um Frauen den Zugang zum Forschungssektor erleichtern. "Die Karrierepläne von Frauen haben sich geändert. Frauen wollen nicht nur im Beruf erfolgreich sein, sie wollen Berufs- und Privatleben in Einklang zu bringen." Niederwieser denkt hier beispielsweise an einen verstärkten Ausbau von Betriebskindergärten. Dass Finnland doppelt so viele Forscherinnen wie Österreich und Irland sogar einen 28-prozentigen Frauenanteil habe, müsse Ministerin Gehrer zu Denken geben. "Wenn Vorschlägen die menschliche Substanz fehlt, bleibt es bei Sandkastenspielen politischer Macht - ohne Substanz", kritisiert der SPÖ-Wissenschaftssprecher abschließend und fordert einmal mehr Ministerin Gehrer auf, Konzepte zur Frauenförderung aufzuweisen. (Schluss) up/mm

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0010