AK: In Klimaschutz in Österreich investieren

Klimaschutzinvestitionen im Ausland bringen zwar Österreich näher zum Kyoto-Ziel - Mehr Arbeitsplätze werden aber nur durch Klimaschutz-Maßnahmen in Österreich geschaffen

Wien (AK) - Klimaschutzinvestitionen müssen vorrangig in Österreich und nicht im Ausland erfolgen, fordert AK Klimaexperte Christoph Streissler. Das schafft und sichert zahlreiche Arbeitsplätze. Aber Minister Molterer tut nichts, um die Klimaziele durch Maßnahmen in Österreich zu erreichen. Der billigere "Kauf" von Emissionsverringerungen im Ausland bringt zwar Österreich auch näher zum Kyoto-Ziel, was betriebswirtschaftlich sinnvoll sein mag, aber volkswirtschaftlich völlig unbefriedigend ist, kritisiert Streissler.

Ein Kraftwerk zB in den östlichen Nachbarstaaten billig zu erneuern und dafür einen Teil der Emissionsverringerung gutgeschrieben zu bekommen, senkt zwar ebenfalls die Treibhausemissionen, bringt aber wesentlich weniger Arbeitsplätze in Österreich als innerösterreichische Maßnahmen. Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) über die zukünftige Entwicklung des Energieverbrauchs in Österreich "Energieszenarien 2020" hat die positiven volkswirtschaftlichen Effekte der Umsetzung der Klimastrategien in Österreich errechnet, die vor allem auf Energiesparmaßnahmen in Österreich beruhen. Dabei zeigt sich, dass bis 2010 mit etwa 26.000 zusätzlichen Beschäftigten jährlich, vor allem in der Baubranche, in der Metallverarbeitung und im Dienstleistungsbereich zu rechnen ist. Dass das der richtige Weg ist, geht auch aus der Arbeitslosenstatistik hervor: 11.000 neue Bauarbeitsplätze bedeuten sehr viel für die ArbeitnehmerInnen einer Branche, bei der derzeit im Jahresschnitt 43.000 Arbeitslose gemeldet sind. Auch das Bruttoinlandsprodukt liegt auf Grund der überdurchschnittlich hohen inländischen Wertschöpfung der meisten Maßnahmen um etwa ein Prozent über jenem, das ohne Umsetzung der Klimastrategien erreicht würde.

Diese Ergebnisse kommen nicht überraschend, meint Streissler. Schon 1997 hat das WIFO ähnliche Berechnungen zu den volkswirtschaftlichen Effekten verstärkter Klimaschutzmaßnahmen gemacht und ist zu vergleichbaren Ergebnissen gekommen. Minister Molterer sollte diese Zahlen eigentlich kennen, denn sein Ministerium hat die Studien in Auftrag gegeben, erinnert Streissler. Wenn Minister Molterer jetzt gemeinsam mit der österreichischen Energiewirtschaft Maßnahmen im Ausland fordert, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier Einzelinteressen vor volkswirtschaftliche Vernunft gestellt werden, so Streissler.

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