Kabas (2): Resolution gegen den Krieg im Wortlaut

Wien, 2003-01-29 (fpd) - Die Resolution der Wiener Freiheitlichen für eine friedliche und diplomatische Lösung der Irak-Problematik im Wortlaut:

RESOLUTION

Die Repräsentanten der Wiener Freiheitlichen fordern die Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien auf, keinen Krieg gegen den Irak, noch dazu unter Androhung atomarer Waffengewalt zu beginnen.

Wir erheben diese Aufforderung durchaus im Wissen um die Verbrechen des Regimes von Saddam Hussein. Diese reichen beispielsweise vom Angriffskrieg des Irak gegen den Iran über den Massenmord an den Kurden mit Einsatz von Giftgas, der Niederschlagung eines Volksaufstandes mit 150.000 Toten bis etwa zur Hinrichtung politischer Gefangener. Eine kriegerische Handlung jedoch, die erneut auf Kosten der Zivilbevölkerung geht, für die Kinder im Irak noch mehr an Leiden bedeutet sowie durch Vergeltungsanschläge außer Kontrolle geraten könnte, lehnen wir ab.

Der strenge Wirtschaftsboykott gegen den Irak hat bereits heute erschreckende Auswirkungen: Laut UNICEF leiden 36 Prozent aller irakischen Kinder an Unterernährung, weitere 24 Prozent sind deutlich untergewichtig. 13 Prozent der Kinder im Irak erleben ihren fünften Geburtstag nicht.

Bedingt durch die Armut der Familien müssen viele Kinder anstelle des Schulbesuchs zum Lebensunterhalt beitragen. Daher ist die Analphabetenrate binnen zehn Jahren von zehn auf 44 Prozent gestiegen.

Ganz allgemein können die Spitäler kaum mehr Hilfe leisten. Es mangelt oft an einfachsten Dingen: Plastikbeutel für Bluttransfusionen, Infusionsbesteck oder sogar an Einweghandschuhen. Die Situation wirkt sich besonders verheerend auf die immer zahlreicher werdenden Leukämie-Kranken aus.

Der Golfkrieg im Jahr 1991 kostete nicht nur Hunderttausenden Zivilisten das Leben, sondern führte auch zu nachhaltigen gesundheitlichen Schäden durch Munition, die mit Uran-238 versetzt worden war. In Basra kommen zwölf Jahre nach dem Golfkrieg tagtäglich einige zum Teil schwerst mißgebildete Kinder zur Welt.

Die irakische Zivilbevölkerung hat genug gelitten. Ein weiterer Krieg würde erneut viel menschliches Leid nach sich ziehen.

Es sollen daher alle friedlichen Mittel ausgeschöpft werden. So muß unter anderem den UN-Waffeninspektoren ausreichend Zeit gegeben werden, ihre Aufgaben gewissenhaft zu erfüllen.

Wir appellieren an die Regierungen in Washington und London, das Schicksal Millionen unschuldiger Menschen nicht außer Acht zu lassen und sich für den Frieden zu entscheiden.

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