Altersvorsorge mit Nebenwirkungen!

Tipps und Hintergründe.

Wien (AKNÖ) – Das Geschäft mit der privaten Altersvorsorge boomt. Ein Geschäft, das für Konsumenten so einiges an negativen Überraschungen bereit hält. Darum informieren die Anlageprofis der Niederösterreichischen Arbeiterkammer (AKNÖ) zu Risiken und Nebenwirkungen. Der erste Tipp, den AK-Experte Mag. Manfred Neubauer, weitergibt ist seiner Meinung nach im Vorfeld der Entscheidung der wichtigste: "Klären Sie im Vorhinein ab, ob Sie sich die private Vorsorge überhaupt leisten können. Bedenken sie auch, dass das Schicksal nicht planbar ist." Neubauer weiß aus langjähriger Erfahrung, dass viele Konsumenten Ereignisse wie Arbeitslosigkeit oder Krankheiten nicht in ihre Überlegungen miteinbeziehen. Ein guter Berater fragt zuerst nach der Finanz- und Lebenssituation, nach den Anlagezielen und der Risikobereitschaft. Dann stimmt er das Vorsorgeprodukt genau auf die Bedürfnisse des Konsumenten ab. Leider gibt es aber immer wieder Finanzberater, die mehr ihre Provision im Sinn haben als eine objektive Beratung.

Rückkaufwert und Co Eine Konsumentin ließ sich von einem Finanzberater zu einer fondsgebundenen Lebensversicherung mit 40jähriger Laufzeit überreden. Der Finanzberater versprach ihr, dass sie im Bedarfsfall jederzeit aus dem eingezahlten Topf etwas rausnehmen könnte. Gleichzeitig riet er ihr, alle anderen Sparformen (Bausparvertrag, andere Lebensversicherungen etc.) zu kündigen. Nach 5 Jahren wurde die Konsumentin jedoch arbeitslos und konnte sich die Versicherung nicht mehr leisten. Sie hatte nur mehr die Möglichkeit die Lebensversicherung vorzeitig aufzulösen. Die Versicherung ermittelte den Rückkaufswert, der jedoch nur mehr knapp halb soviel wert war, wie sie eingezahlt hatte. Verärgert rief sie bei den AKNÖ-Konsumentenschützern an und wollte wissen, wie das möglich ist. Wie sich im Laufe des Gespräches herausstellte, hatte ihr der Berater alles Mögliche erzählt. Die anfallenden Kosten wie Vertriebsprovisionen. Abschlusskosten, Verwaltungs- und Depotkosten und Versicherungssteuer hingegen hielt er nicht für erwähnenswert. Eine häufige Praxis, die Aufschluss über die Kundenorientierung des Beraters gibt. Die AKNÖ-Profis fordern daher mehr Transparenz bei Beratern und Produkten. Dem Konsument steht eine Offenlegung aller anfallenden Kosten im Verkaufsgespräch zu, um bei derartigen Situationen vorgewarnt zu sein.

AKNÖ-Tipps Die AKNÖ-Experten haben einige Tipps, was vor einer Anlageentscheidung beachtet werden sollte.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Anlage?
Machen Sie sich bereits im Vorfeld Gedanken über Ihre Anlageziele. Sind Ihre Ziele realistisch und mit Ihren finanziellen Verhältnissen vereinbar?
Wer ist der Anbieter?
Machen Sie keine Geschäfte mit Anbietern, die Ihnen nur unzureichende Informationen zur Verfügung stellen. Ein Werbeprospekt genügt nicht.
Welche Produkte werden angeboten?
Lassen Sie sich die Produkte und deren Risiken genau erklären. Entscheiden Sie erst, wenn Sie die Produkte verstanden haben. Bedenken Sie: Höherer Ertrag bedeutet auch höheres Risiko.
Welche Kosten kommen auf Sie zu?
Erkundigen Sie sich nach den anfallenden Kosten. Erwähnt seien hier:
Vertriebsprovisionen, Abschlusskosten, Verwaltungskosten, Versicherungssteuer und Depotkosten.
Welche Unterlagen erhalten Sie?
Verlangen Sie Informationsmaterial über den Anbieter und seine Produkte. Wichtig ist eine sorgfältige Dokumentation des Geschäfts für den Fall, dass später Probleme auftreten. Machen Sie zusätzlich Notizen. Bewahren Sie alle diese Unterlagen sorgfältig auf!

Zwtl. Achtung Telefonkeiler!

Abschließend warnen die AKNÖ-Konsumentenschützer aus aktuellem Anlass vor Telefonkeilern der Firma Euro Finanz AG. Diese versucht ihre Produkte unter den Mann zu bringen, indem sie sich auf die NÖ Arbeiterkammer beruft. Das wurde den AK-Profis von Dutzenden verunsicherten Konsumenten berichtet. Dazu Günther La Garde, AKNÖ-Konsumentenschützer: "Die AKNÖ gibt weder Empfehlungen für Produkte noch für deren Anbieter ab. Außerdem ist eine Geschäftsanbahnung übers Telefon in Österreich verboten."

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