303.700 Arbeitslose Ende Jänner-

Arbeitslosigkeit stieg gegenüber dem Vorjahr um 5.846 oder 2 Prozent – Zuwächse im Dienstleistungsbereich und Fremdenverkehr, Rückgang in Bau- und Produktionsberufen

Wien (OTS) – Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich setzte sich im Jänner weiter fort. Mit insgesamt 303.676 Jobsuchenden blieb die Arbeitslosenzahl am Monatsende zwar unter der Schwelle
von 310.000, lag aber deutlich über den bisherigen Spitzenwerten der Jahre 1997, 1998 und 1999 mit jeweils 301.982, 301.480 und 300.612 Jobsuchenden. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der Arbeitslosen nur leicht zu (plus 5.846 Personen oder 2 Prozent).
Im Vergleich zum Vormonat gab es einen saisonal bedingten Anstieg der Arbeitslosenzahl von 20.985 oder 7,4 Prozent. Die nach EU-Kriterien ermittelte Arbeitslosenquote lag Ende Jänner mit 4,1 Prozent um 0,1 Prozentpunkt über dem Vorjahreswert. Die nach nationalen Kriterien errechnete Arbeitslosenquote stieg von 8,8 Prozent im Vorjahr auf 9 Prozent.

"Die deutlich unter unseren Befürchtungen liegende Zahl an Arbeitslosen, die praktisch gegenüber dem Vorjahr gleich
gebliebene Zahl an Zugängen in das Arbeitslosenregister, die im Jahresvergleich steigende Zahl an Stellenbesetzungsaufträgen von den Betrieben und die sinkende Zahl an arbeitslosen Bauarbeitern geben zur Hoffnung Anlaß, daß das im September zwischen Regierung und Sozialpartnern vereinbarte Konjunkturpaket langsam zu greifen beginnt. Jedenfalls aber greifen die zusätzlichen Ausbildungsprogramme, die das AMS im Herbst 2002 gestartet hat.
Das drückt sich auch in der deutlich gestiegenen Zahl an Schulungsteilnehmern aus", erklärte Herbert Buchinger, Vorstandsvorsitzender des Arbeitsmarktservice (AMS). Ende Jänner nahmen 41.923 Personen an den Schulungen des AMS teil, um 10.553 oder 33,6 Prozent mehr als im Jänner des Vorjahres.

Zurückgegangen ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr in den Saisonberufen. Dort waren insgesamt 89.686 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 2.298 oder 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Zur Entlastung trug vor allem der Arbeitslosenrückgang bei den Bauberufen ( minus 2.411 oder 3,8 Prozent), bei den land- und forstwirtschaftlichen Berufen (minus 179 oder 2,1 Prozent) und der relativ schwache Anstieg bei den Fremdenverkehrsberufen (plus 292 oder 1,5%) bei. Bei den Produktionsberufen (ohne Bauberufe) gab es einen leichten Anstieg auf 89.258 (plus 1.510 oder 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Die Arbeitslosigkeit nahm vor allem bei
den Hilfsberufen sowie bei Metall- und Elektroberufen zu. Bei den Dienstleistungsberufen, die den Großteil (ca. 40%) aller vorgemerkten Arbeitslosen beinhalten, stieg die Arbeitslosigkeit
auf 124.499 (+6.593; +5,6% gegenüber dem Vorjahr). Der Anstieg erfolgte vor allem bei Handelsberufen, Technikern und Büroberufen.

Wie bereits in den Vormonaten stieg die Zahl der Jobsuchenden in allen Altersgruppen, außer bei den 25 bis unter 45-Jährigen. Dort ging die Zahl der Jobsuchenden leicht zurück (minus 2.316 oder 0,8 Prozent). Weiterhin vom zunehmenden Problemdruck gekennzeichnet
ist die Altergruppe der über 50-Jährigen. Dort stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr am stärksten (plus 3.416 oder 6,1 Prozent). Bei den unter 25Jährigen nahm die Zahl der Jobsuchenden um 2.316 oder 5,2 Prozent zu.

Nach Regionen betrachtet entfielen 50,2 Prozent der Arbeitslosen
auf den Osten Österreichs, 25,3 Prozent auf den Westen und 24,6% auf den Süden. Gegenüber dem Vorjahr angestiegen ist die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg (plus 1.271 oder 17 Prozent), in
Wien (plus 2.614 oder 2 Prozent) und in der Steiermark (plus 1.468 oder 3,1 Prozent). Zuwächse gab es auch in Salzburg (plus 244 oder 1,8 Prozent) und in Niederösterreich (plus 912 oder 1,7 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist die Arbeitslosigkeit in Tirol (minus 243 oder 1,4 Prozent), im Burgenland (minus 107 oder 0,8 Prozent) und in Kärnten (minus 146 oder 0,6 Prozent).

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