Lahofer: Konjunkturmotor Bau muss wieder angeworfen werden!

Bauwirtschaft fordert Reduktion des Mehrwertsteuersatzes und Anreize für Renovierungsmarkt

Wien (PWK053) - "Die schwächere Baukonjunktur hat noch immer Auswirkungen auf maßgebliche Bereiche der österreichischen Wirtschaft - allerdings mit Tendenzen zur Besserung. Insbesondere das Bauhauptgewerbe sieht die Zukunft optimistischer als das Baunebengewerbe, was ein deutliches Zeichen für Erholung ist", betonte heute Bundesinnungsmeister Johannes Lahofer. Für heuer rechne er mit einem Wachstum von 0,3%, im Vorjahr hatte es noch ein Minus von 1,6% geben, wobei diese Zahlen für die gesamte Bauwirtschaft gelten. Diese Fakten würden natürlich auch ihren Niederschlag in den Arbeitslosenzahlen finden. "Wir haben schon mehrmals vor den Folgen des stark rückläufigen Wohnungsneubaus in Österreich gewarnt", unterstreicht Lahofer, dass es zwischen 1997 und 2001 einen Rückgang von 25% gegeben hat.

Der Neubau von Wohnungen scheint sich vorerst auf diesem - wenn auch tiefem - Niveau einzupendeln. Von einem "Gesundschrumpfen" des Wohnungsmarktes und der Bauwirtschaft könne nur bedingt gesprochen werden. Vielmehr zeige sich, dass neben dem Bauhauptgewerbe zahlreiche andere Bevölkerungsgruppen betroffen seien, die ebenfalls vom Bau abhängig sind. "Ein geringeres Angebot an Wohnungen muss zu Preissteigerungen für die Wohnungssuchenden führen. Daher ist es nicht sinnvoll, über die Abschaffung der Wohnbauförderung zu spekulieren", stellt Lahofer fest. Derartige Spekulationen hätten keine volkswirtschaftlichen Effekte und würden sowohl die Wohnungssuchenden als auch die Wirtschaft unnötig verunsichern.

Die Auswirkungen des von der Regierung beschlossenen Konjunkturpaketes würden sich - derzeit noch - in Grenzen halten. Zu den jüngsten Aussagen von WIFO-Forscherin Margarethe Czerny und Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein stellte Lahofer klar, dass aus Sicht der Bauwirtschaft die Argumentation beider Seiten zutreffend sei. "Czerny hat Recht, dass das Paket zu klein war. Und der Minister hat Recht, wenn er meint, dass das Paket erst im Anlaufen begriffen ist." Damit der Bau kein Sorgenkind bleibe, müsse endlich der Mehrwertsteuersatz für arbeitsintensive Tätigkeiten reduziert werden. "Das hat bereits in vielen Staaten der EU zum Erfolg geführt hat", so Lahofer. Neben der Relevanz von Straßen- und Infrastrukturbauten, sei es jedoch ganz besonders wichtig, den arbeitsintensiven Renovierungssektor zu berücksichtigen. Auch für die thermische Sanierung könnten steuerliche Anreize ein ähnliches Ansteigen der Renovierungstätigkeit bringen, wie 1998 der Sanierungsschub aufgrund der Standardanhebungen. Aufgrund der Ankündigungen von VP-Wohnbausprecher Walter Tancsits könne sich die Bauwirtschaft Hoffnungen auf eine baldige Umsetzung machen, schloss der Bundesinnungsmeister. (us)

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