ZUK-Diskussion "Vor der Wahl - Nach der Wahl"

Krassnitzer und Steinhauer erläutern, warum sie die SPÖ unterstützen

Wien (SK) Bei einem Diskussionsabend in der Zukunftswerkstätte zum Thema "Vor der Wahl - Nach der Wahl" erläuterten die beiden Schauspieler Harald Krassnitzer und Erwin Steinhauer am Dienstag Abend ihre Motive für ihr Engagement für die SPÖ im letzten Nationalratswahlkampf und über die Wahltage hinaus. Beide Künstler nannten als Hauptgründe für ihre politischen Aktivitäten den Antritt der schwarz-blauen Regierung und die Übernahme des SPÖ-Parteivorsitzes durch Alfred Gusenbauer. ****

Es sei bereits einige Male bei ihm angefragt worden sei, ob er die SPÖ aktiv unterstützen wolle, er habe sich aber nie dazu durchringen können, so Erwin Steinhauer Dieses Mal sei er vom Gedanken beseelt gewesen, er könne nicht wieder nichts tun. Er wisse bis heute nicht, ob Prominente Einfluss auf das Wahlverhalten mancher Bürger haben, glaube das aber eher nicht, so Steinhauer. Bei dieser Wahl habe er sich gedacht, er müsse endlich etwas tun und die Zeit "des Nichtstuns und des Nörgelns" unterbrechen.

Für Harald Krassnitzer war mit dem Antritt der schwarz-blauen Regierung der Zeitpunkt gekommen, sich "politisch zu outen" und Stellung zu beziehen. Er sei dem Gedankengut der SPÖ immer schon nahe gestanden, Grund für sein jetziges Engagement sei aber vor allem auch die Person Alfred Gusenbauers gewesen. Er habe früher die Erfahrung gemacht, dass sich das Innovative und das Neue selten durchsetze. Am "Tag X" ende der offene Diskurs, dann gehe es um Realpolitik, sprich Regierungsbildung. Eine breitere Diskussion, wie man die SPÖ innovativer gestalten könne, habe es nicht gegeben. Das sei auch ein Grund dafür gewesen, dass die Kulturschaffenden der SPÖ in den letzen Jahren ihrer Regierungstätigkeit den Rücken zugewandt haben.

Sozialdemokratische Kulturpolitik sei oft von Arroganz gekennzeichnet gewesen, so Krassnitzer. Faktum sei, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung restriktiv sei und nur wenige Leute für moderne Kultur zu begeistern seien. Der "Crossover" von Populärkultur zu Hochkultur sei nicht geschafft worden, hier sei viel versäumt worden. "Hier fehlt mir die Offenheit der SPÖ", erklärte Krassnitzer.

Größtes Problem im Kulturbereich ist für Krassnitzer, dass es keine eigentliche Wertschöpfungskette der wichtigsten "Trademarks" gibt, es sei viel zu oft nach dem Gießkannenprinzip vorgegangen worden. "Wir wollen immer nur das Alte bewahren, aber keinen kritischen Dialog führen." Hier gebe es einen massiven Nachholbedarf. Für Steinhauer ist das größte Problem, dass in den Köpfen der meisten führenden Politiker Kultur so wenig Bedeutung hat wie für einen Großteil der Bevölkerung. Exemplarisch zeige sich das bei den jetzigen Sondierungsgesprächen, wo kein Wort von Kultur zu hören sei.

Beide Künstler betonten zudem den Wirtschaftfaktor der Kultur. Darüber werde leider viel zu wenig diskutiert, bemängelte Krassnitzer. Man müsse weg von der Diktion "wir brauchen was" hin zu "wir geben was". Hier müssten vielmehr Initiativen gesetzt werden, um auf den wirtschaftlichen Faktor der Kultur aufmerksam zu machen. Steinhauer wies darauf hin, dass etwa jeder Schilling, der in einen Film investiert wird, fünffach zurückkomme. "Es ist in den Köpfen der Politiker noch immer noch nicht drinnen, dass Kultur ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor ist."

Krassnitzer und Steinhauer bekräftigten, dass ihr Engagement für die SPÖ sicher nicht mit dem Wahltag geendet habe. Krassnitzer erachtet es als absolut notwendig, die Politiker zu zwingen, in Diskurs zu gehen. Hier möchte er Impulse mitgeben, so der Schauspieler. Aufgabe der SPÖ müsse es sein, sich in allen Bereichen zu öffnen, denn einen anderen Weg, um aus der Krise herauszufinden, gebe es nicht. (Schluss) ps

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