"Neues Volksblatt" Kommentar: "Grüne Frage" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 29. Jänner 2003

Linz (OTS) - =

Weiter kein Licht am Horizont der künftigen
Regierung: SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer hat gewichtige Teile seiner Partei nach wie vor nicht auf Reformlinie. Bei der FPÖ sorgen Versuche Thomas Prinzhorns, sich als neuer starker Mann zu positionieren, in der ÖVP für Unruhe - verbunden mit ÖVP-Klagen über freiheitliche Verluste an inhaltlicher Kompetenz. Und bei den Grünen ist Alexander Van der Bellen auch nicht gerade die Führungsfigur, die sicherstellt, dass eine Koalition nicht in einem neuen "Knittelfeld", diesfalls von der grünen Basis in Wien ausgelöst, endet. Dazu kommen teils gewichtige inhaltliche Differenzen.
Nichtsdestotrotz haben die Grünen in ihren eigenen Reihen zuletzt deutliche Weichen in Richtung Regierungsbereitschaft gestellt. Das Einvernehmen dazu mit den Länderorganisationen wurde gesucht, eine Regierungsprogrammatik erarbeitet. Für die ÖVP hätte diese Konstellation den Charme eines relativ breiten Rückhalts in der veröffentlichten Meinung und den Reiz des Neuen - wodurch auch ein allfälliges Platzen vor Ende der Legislaturperiode eher nicht zu ihrem Schaden ausfallen dürfte. Ob die vorsichtige Öffnung der Grünen Richtung ÖVP wirklich ernst gemeint ist oder nur zur Erhöhung des Partei-Selbstbewusstseins dient, wird sich aber erst weisen müssen.

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