ÖGB-Csörgits: Nein zu Verschlechterungen für Beschäftigte im Handel

Freier Sonntag und Beschränkung der Samstag-Arbeit müssen erhalten bleiben

Wien (ÖGB). "Zu den heutigen Forderungen von Vertretern der Wirtschaft, die bestehende Samstags-Regelung und den freien Sonntag im Handel abzuschaffen, gibt es von Gewerkschaftsseite ein kategorisches Nein", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits. Die Arbeits- und Einkommenssituation im Handel sei schon jetzt alles andere als attraktiv. Nun die Zuschläge für die verlängerten Öffnungszeiten und die Schutzregelung für den Samstag gänzlich abschaffen zu wollen, sei ein Affront gegenüber den Beschäftigten im Handel. "Von Gewerkschaftsseite wird es zu derart unsozialen Plänen keine Zustimmung geben", so Csörgits.++++

Die seit Anfang 1997 geltende Bestimmung, wonach jeder zweite Samstag arbeitsfrei zu sein hat, müsse erhalten bleiben, ebenso der freie Sonntag, erklärt Csörgits weiter. "Die Mehrheit der im Handel Beschäftigten sind weiblich. Schon jetzt ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für viele der Frauen nur schwer möglich. Wir brauchen keine weitere Flexibilisierung, die wieder einseitig zu Lasten der Beschäftigten geht", sagt Csörgits.

Für skurril hält Csörgits die Aussagen des Obmanns der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Erich Lemler. Lemler hatte gemeint, die Ausweitung der Öffnungszeiten brächte keinen Mehrumsatz. Damit sich eine Ausweitung rechne, müssten deshalb die bestehenden Zuschläge und die Samstag-Schutz-Regelung für die Beschäftigten im Handel gelockert werden. Csörgits dazu: "Die Beschäftigten sollen also quasi einen Teil ihrer bestehenden Rechte opfern, damit sie länger arbeiten 'dürfen' Das kommt nicht in Frage." (mfr)

ÖGB, 28. Jänner 2003
Nr. 045

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