Tarifverhandlungen während schwieriger Sanierungsphase

Berlin (OTS) - Anmoderation:

Vor den anstehenden Tarifverhandlungen haben sich auch Bahnchef Hartmut Mehdorn und Personalvorstand Norbert Bensel zu den Zielen und Schwierigkeiten der Gespräche geäußert.

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Ziel der Bahn in der am 29. Januar beginnenden Tarifrunde ist es, sowohl Beschäftigung als auch Einkommen gleichgewichtig zu sichern. Wegen des extrem geringen Wirtschaftswachstums und der noch laufenden Sanierungsphase werden schwierige Tarifverhandlungen in 2003 erwartet.

O-Ton (ors09041) Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender (0:40 sec.)

Das Problem ist, dass wir nach wie vor in dem Sanierungsprozess stecken. Wir sind noch nicht fertig. Wir werden in diesem Jahr rund 500 Mio Euro Verlust machen. Das zeigt dass wir immer noch sehr angespannt sind mit Investitionen. Also noch nicht so weit sind, dass wir sagen, wir können schon ernten. Wir glauben, dass wir im Jahr 2004 da das Eis durchbrechen werden. Dass wir, wenn wir Geld verdienen, wenn wir profitabel sind, dass wir da auf jeden Fall die Belegschaft auch mitnehmen müssen. Wir treffen uns ja in zwei Jahren wieder, und dann sind wir in schwarzen Zahlen, und dann holen wir auch einiges nach.

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In engem Zusammenhang damit steht das dritte Ziel, die Vergütung stärker an der spezifischen Wettbewerbs- und Ergebnissituation der unterschiedlichen Unternehmensbereiche zu orientieren. Hierzu hatte die Bahn mit den Gewerkschaften über Ergänzungstarifverträge für den jeweiligen Unternehmensbereich verhandelt. Der Abschluss des Ergänzungs-Tarifvertrages für DB Regio war für Ende 2002 erwartet worden. Unterschrieben wurde er bislang nicht, weil es zu einem Konflikt zwischen den drei Bahngewerkschaften Transnet, GDBA und GDL kam.

O-Ton (ors09042) Dr. Norbert Bensel, Personalvorstand (0:28 sec.)

Wichtig ist, dass wir, um wettbewerbsfähig zu sein, die Regiotarifverträge brauchen, um hier gegenüber dem Wettbewerber, der hier bis zu 20 Prozent preiswerter ist, bestehen zu können. Und hier gibt es zwei Möglichkeiten. Das entweder die Gewerkschaften es hinbekommen, dass unsere Wettbewerber mehr bezahlen, oder wir brauchen die Regiotarifverträge, wo wir sehr bewusst den Mitarbeitern nicht Geld wegnehmen, sondern dass wir mehr Arbeit für das gleiche Geld verlangen.

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Ein weiteres Ziel: Eine neue Vergütungsstruktur nach dem Leitsatz "Mehr Gleichbehandlung bei mehr Differenzierung". Mehr Gleichbehandlung heißt, dass nach neun Jahren Bahnreform Schluss sein soll mit der Ungleichbehandlung der Mitarbeiter, die schon vor der Privatisierung in 1994 bei der Bahn waren, und der Mitarbeiter, die danach kamen. Schluss soll auch sein - im Rahmen der Finanzierbarkeit - mit dem Unterschied Ost/West.

O-Ton (ors09043) Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender, (0:34 sec.)

Für mich gibt es kein Ost und kein West mehr. Wofür sind, ist dass wir regional gültige Tarife haben. Und dass kann Nord-Süd, Ost-West oder Südost-Nordost... (sein) - das ist unterschiedlich. Wir müssen uns angucken, wo sind welche Tarifgepflogenheiten und wir müssen uns in der Region tariflich einbringen. Es ist doch ganz klar, dass ein Zugführer in München in einer teuren Ecke mehr verdienen muss, als ich sag jetzt mal in Jever, Ostfriesland, wo die Lebenshaltungskosten relativ geringer sind.

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Viertes Handlungsfeld ist, den internen sogenannten konzernweiten Arbeitsmarkt zu optimieren. Der Tarifabschluss muss so gestaltet werden, dass er zu keinem zusätzlichen Arbeitsplatzabbau führt und die Chance eröffnet, das Beschäftigungsbündnis über 2004 hinaus zu verlängern.

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ors Originaltext: Deutsche Bahn AG

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