Verschlechterung der Ertragskraft im heimischen Handel

Anteil von Betrieben mit positivem Eigenkapital und Investitionen leicht gestiegen

Wien (PWK 51) - Eine Verschlechterung der Ertragskraft im heimischen Handel im Bilanzjahr 2000/2001 konstatierte Peter Voithofer vom Institut für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH) heute in der Wirtschaftskammer Österreich im Rahmen einer Pressekonferenz anhand der vorliegenden Zahlen: "Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Ertragskraft sowohl der Klein- und Mittelbetriebe wie auch der Großbetriebe verschlechtert." Im Einzelnen sei die Ertragskraft der Großhandelsbetriebe mit rund 1,9 % am stärksten. Die Ertragskraft im Einzelhandel liege mit rund 1,3 % ebenso wie der Kfz-Handel mit rund 0,9 % unter dem Gesamtdurchschnitt des Handels (1,6 %). Nach einer Verbesserung der Ertragskraft im vorangegangenen Vergleichszeitraum blieb, so Voithofer, die Ertragskraft im Einzelhandel im Bilanzjahr 2001/2002 konstant. Rückläufig sei die Ertragskraft im Kfz- und Großhandel.

Eine klare Forderung formulierte Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), im Zuge der Pressekonferenz: "Die Einkaufslimits, die der heimischen Handelsunternehmen von der Industrie auferlegt sind, müssen überdacht werden!" Denn wenn der Handel große Warenmengen kaufen müsse, führe das zu Überkapazitäten, Problemen bei der Lagerhaltung und letztendlich auch zu Ertragsproblemen.

"Wir sind keine Pessimisten, der Handel ist der Hoffnung, dem Optimismus verpflichtet", stellte Lemler klar. Gleichzeitig müsse sich der Handel auf einem niedrigeren Niveau als bisher wiederfinden. Mut und Kreativität seien, so Lemler, besonders gefragt. Und er stellte - Bezug nehmend auf eine Kampagne des rot-weiß-roten Handels, die Ende Februar präsentiert werden wird - klar: "Die WKÖ als starke Interessenvertretung wird den österreichischen Handel dabei kräftig unterstützen!"

Weitere Zahlen, die nach Auswertung von rund 14.000 Jahresabschlüssen von Handelsunternehmen aus den Bereichen Einzel-, Groß- und Kfz-Handel durch das IfGH heute präsentiert wurden:
Rund 53 % der heimischen Handelsbetriebe konnten 2000/2001 ein positives Betriebsergebnis erzielen.
Erstmals erreichten laut vorliegenden Zahlen auch "Mikrobetriebe", also Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, im Durchschnitt die Gewinnzone.
Die Eigenkapitalquote, das ist das Eigenkapital in Prozent des Gesamtkapitals, liege, so Voithofer, bei österreichischen Handelsunternehmen im Durchschnitt bei 22 %. Besser ist dieser Wert mit rund 25 % Eigenkapitalquote bei den Großhandelsbetrieben. Der Einzelhandel weise eine Eigenkapitalquote von rund 18 %, der Kfz-Handel von rund 17 % auf. Der Anteil von Betrieben mit positivem Eigenkapital sei um zwei Prozentpunkte gestiegen. Trotz der im Gesamtdurchschnitt auch im Vergleich mit anderen Wirtschaftsbereichen besseren Eigenkapitalausstattung würden die Zahlen auch belegen, "dass rund 42 % aller Handelsunternehmen über kein Eigenkapital verfügen." Investitionen haben laut IfGH im Bilanzjahr 2000/2001 rund 69 % der Handelsbetriebe getätigt - was einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bedeutete, wobei da allerdings die Investitionen auf ein vergleichsweise niedriges Niveau gesunken waren.

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