"Kunst: f9hler...ein Weißbuch der Kultur" präsentiert

Kulturabteilung lud zu Gespräch mit Kärntner Künstlern ins Landesarchiv - Unaufgeregte Diskussion mit vielen Anregungen - LH Haider: Steine liegen im Steinbruch vormaliger Kulturpolitik

Klagenfurt (LPD) - Recht harmonisch verlief gestern Abend im Landesarchiv in Klagenfurt das Gespräch mit Kärntner Künstlern, zu dem Landeshauptmann Jörg Haider als Kulturreferent eingeladen hatte. Wer sich nach den hitzigen Kulturdiskussionen der letzten Tage und Wochen eine Aufregung erwartet hatte, wurde enttäuscht - vielmehr herrschte ein sachliches und konstruktives Klima, bei dem einige Anregungen und Ideen für eine Verbesserung der Kulturlandschaft in Kärnten zur Sprache kamen - die Palette reichte von Kunst am Bau über Design und bildende Kunst bis zum Musikland. Volks- und Hochkultur sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden, sie bilden vielmehr eine Ergänzung, so der Tenor einiger Redner (beispielsweise Doz. Alfred Ogris, Vorsitzender des Kärntner Kulturgremiums).

Der Landeshauptmann überraschte die kulturschaffenden und kulturinteressierten Gesprächsteilnehmer mit der Vorlage einer brandneuen Dokumentation, "die demonstrieren soll, dass in Kärnten jahrzehntelang Versäumnisse die Schuld daran tragen, dass das kulturelle Leben teilweise berechtigt kritisiert wird." In "Kunst:
f9hler...ein Weißbuch der Kultur" wird darauf hingewiesen, dass "mit LH Dr. Jörg Haider nach mehr als einem halben Jahrhundert im April 1999 erstmals ein Politiker einer anderen Partei Kulturreferent des Landes Kärnten wurde. Die Aufgaben waren nicht unbedingt leicht, denn so nach und nach zeigte sich, das eine Reihe von ungelösten Problemen vorhanden waren."

In dem Weißbuch werden weiters Projekte aufgelistet, "die Opfer vergangener Kulturpolitiker wurden" bzw. "ein schweres Erbe" darstellen: Ritter Kunsthalle (verkauft), Studiobühne Villach (Konkurs), Tanztheater Ikarus (Absage), frühere Landesausstellungen (finanzielle Debakel), Landesarchiv (Schimmel), Stadttheater (Umbau) Botanischer Garten (45 Mängel), Musikschulwerk (Nachholbedarf), Volkskultur (keine Richtlinien) oder "die ungelöste Standortdiskussion für ein Museum des Kärntner Künstlers Prof. Bruno Gironcoli", oder "parteipolitisch motivierte Ankäufe beeinflusst durch die Willkür des jeweiligen Referenten". Haider: "Wir haben große Steine im Steinbruch der vormaligen Kulturpolitik zu bewältigen".

Jeweils eigene Kapitel der Dokumentation sind den Kunstwerken im Besitz des Landes (verschwiegener Kunstskandal) und dem längst fälligen Umbau der Landesgalerie gewidmet. Die geschäftsführende Leiterin der Kulturabteilung, Erika Napetschnig, stellte wiederum die damit verbundenen neuen Aufgaben vor. So ist eine Artothek als eine "Galerie der Bürger" geplant. Rund 1300 Kunstwerke des Landes gehören gesichtet, geordnet, inventarisiert und bewertet, um dann den Kärntnerinnen und Kärntner als Leihgabe zur Verfügung zu stehen. Darüber hinaus soll grenzüberschreitender Kulturaustausch gefördert werden, z.B. in Kooperation mit Czernowitz in der Bukowina. Die Landesgalerie selbst soll zu einem Museum Moderner Kunst ausgebaut werden, das internationalen Standards genügt. Napetschnig: "Mehr als 8500 Exponate sollen der Öffentlichkeit präsentiert, große Ausstellungen gezeigt und das ‚Haus’ mit Leben erfüllt werden. Es geht nicht darum, mit der Stadtgalerie zu konkurrenzieren, sondern Kärntens Kunstschätze sollen gesammelt, bewahrt präsentiert und Kunst vermittelt werden.

Einen Schwerpunkt in der Berichterstattung stellt auch die schwimmende Bühne am Wörthersee dar. Wobei es laut Kulturreferenten festzuhalten gilt, dass die für die Seebühne eingesetzten finanziellen Mittel nicht aus dem Kulturbudget stammten. Für Kärnten sei wichtig, dass sich das Pilotprojekt vom Experiment zur internationalen Seebühne entwickelt und Klagenfurt einen Namen als Musicalstandort erhält. Waren es 1999 noch rund 8000 Zuseher, so wurden im vergangenen Sommer bei FMA 62.000 Besucher gezählt, spricht Haider von einer Erfolgsgeschichte. (Schluss)

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