Hochwasseropfer: AKNÖ klagt Interunfall!

Interunfall Versicherung Aktiengesellschaft hält Zusage in der Versicherungspolizze nicht ein. Statt 50.870,98 Euro (über 700.000 Schilling) bekommt Hochwasseropfer nur 7.267,28 Euro (100.000 Schilling) von Versicherung ausbezahlt!

Wien (AKNÖ) – Hochwasser 2002: Medienwirksam waren da die Zusagen von den Versicherungsunternehmen, Schadenserledigungen rasch und zufriedenstellend zu erledigen. Doch gerade bei der Auszahlung von höheren Versicherungssummen (über 7.267,28 Euro ) gibt es immer wieder Probleme. Ein Fall, der die Konsumentenschützer beschäftigt, verdeutlicht das besonders drastisch: Von der Interunfall Versicherung AG bekommt ein vom Hochwasser betroffener Konsument aus dem Raum Krems nur einen geringen Teil der Schadenssumme ausbezahlt, obwohl er um ein Vielfaches versichert ist. Die AKNÖ-Konsumentenschützer befürchten, dass es sich hierbei um keinen bedauerlichen Einzelfall handelt. Gerade im Raum Kamptal und Krems dürfte es noch viele Betroffene geben.

Zur Vorgeschichte: Der Konsument hatte bei der Interunfall eine umfassende Haushaltsversicherung abgeschlossen. Trotz einer sicheren Lage hatte er sich vorsorglich und vollkommen richtig vor durch Hochwasser verursachte Schäden versichern lassen - auf stolze 50.870,98 Euro! Das war in der Versicherungspolizze ausdrücklich festgehalten. Umso größer war der Schock und das Unverständnis, dass die Versicherung nur 7.267,28 Euro ausbezahlte. Der Gang zur AKNÖ lag nahe. Die Konsumentenschützer intervenierten.

Allgemeine Versicherungsbedingungen zählen mehr als Polizze

Die AKNÖ-Versicherungsexperten sahen sich die Vertragsbedingungen genau an: Ihrer Meinung nach stünden den betroffenen Versicherungsnehmern die volle Summe zu. Auch der zugezogene Anwalt der AK, ein namhafter Versicherungsexperte, bestätigt diese Rechtsmeinung. Doch die Interunfall zeigte sich unnachgiebig und argumentierte, dass die Polizze rechtlich nicht erheblich sei. Nur die Allgemeinen Versicherungsbedingungen seien relevant. In dem Schreiben der Interunfall Versicherung AG heißt es dazu wörtlich:
"Ausschließlich diese Allgemeinen Versicherungsbedingungen, bzw. allfällig vereinbarte Klauseln enthalten die Leistungsbeschreibung, keinesfalls aber die Polizze!" Dazu AKNÖ-Konsumentenschützer Günther La Garde: "Die Versicherung will sich offensichtlich ohne gerichtlichen Druck nicht an die Zusage in der Polizze halten. Da bleibt nur mehr der Gang vor Gericht, denn als Konsument vertraue ich darauf, dass, was in der Polizze festgehalten wurde, auch tatsächlich gilt!"
Mit der Interunfall Versicherung Aktiengesellschaft konnte trotz mehrerer, außergerichtlicher Verhandlungen keine Einigung erzielt werden. Für die AKNÖ-Versicherungsexperten liegt die Vermutung nahe, dass sich die Interunfall aufgrund befürchteter hoher Forderungen anderer Betroffener gegen eine außergerichtliche Einigung wehrt. Daher wird die AKNÖ für den geschädigten Konsumenten im Rahmen des Konsumentenrechtsschutzes einen Musterprozess gegen die Versicherungsgesellschaft führen.

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