Fünf Fahrzeuge im ÖAMTC-Crashtest: Grundsätzlich gut, aber mangelhaft im Detail

Vier mal vier Sterne, einmal nur drei Sterne - Kein Auto überzeugte restlos

Wien (ÖAMTC-Presse) - Der ÖAMTC und seine europäischen Schwesterclubs ließen es im Rahmen von EuroNCAP wieder einmal krachen. Fünf Fahrzeuge aus vier Kategorien wurden in der jüngsten Testserie gecrasht: Der Skoda Superb aus der oberen Mittelklasse, der Roadster MG TF, der Opel Meriva aus der Kategorie der Minivans und zwei Geländewagen - BMW X5 und Mitsubishi Pajero Pinin. "Vier mal vier Sterne, einmal nur drei Sterne wurden vergeben", resümiert ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang, "keines der getesteten Fahrzeuge tat sich besonders hervor, die meisten sind im Mittelfeld zu finden. Am besten schnitt noch der BMW X5 ab, dem auf den fünften Stern nur zwei Punkte fehlen." Die Ergebnisse im Detail:

Der Skoda Superb fuhr mit insgesamt 26 Punkten vier Sterne ein. Bei der Frontsicherheit bekam er nur neun von 16 maximal erreichbaren Punkten, weil die Brustbelastung für den Beifahrer hoch, für den Fahrer sogar sehr hoch war. Die Fahrgastzelle erwies sich als instabil. Sehr gute Werte (17 Punkte) gab es hingegen im Pole- und im Seitencrash. Die Crashtester kritisierten die unzulänglichen Sicherheitshinweise bei der Verwendung von Kindersitzen auf dem Beifahrersitz mit Airbag. Die beiden Kinder-Dummies - dreijährig und eineinhalbjährig - waren sowohl beim Front- als auch beim Seitenaufprall recht gut geschützt, obwohl das jüngere Kind höheren Nackenbelastungen ausgesetzt war. "Bei der Fußgängersicherheit fiel der Skoda schlichtweg durch", kritisiert Lang, "vier Sterne wären zu erreichen gewesen, keinen einzigen konnte er sich sichern." Insgesamt reiht sich der Skoda Superb im Ranking der Fahrzeuge der oberen Mittelklasse in der Mitte ein.

Ein recht ausgewogener Minivan ist der Opel Meriva. Mit 28 Punkten fuhr er im Crashtest solide vier Sterne ein und liegt - hinter dem Nissan Tino Almera und dem Renault Scénic - an dritter Stelle bei den bisher im Rahmen des EuroNCAP gecrashten Minivans. Im Pole- und im Seitencrash erreichte der Opel Meriva die maximale Punktezahl, nämlich 18. Das Ergebnis beim Frontaufprall nahm sich hingegen bescheiden aus: Nur zehn Punkte aufgrund der hohen Brustbelastung für Fahrer und Beifahrer und des Verletzungsrisikos im Fuß- und Beinbereich des Fahrers. "Die Köpfe der Kinder waren im Frontaufprall gut geschützt, das eineinhalbjährige Kind war allerdings großen Nackenbelastungen ausgesetzt", erläutert der ÖAMTC-Experte. Nur einen Stern bekam der Opel Meriva für seine Fußgängersicherheit.

Der Roadster MG TF (britisch rechtsgelenkte Version) hingegen schnitt bei der Fußgängersicherheit mustergültig mit drei Sternen ab. Nur zehn Punkte erreichte der MG TF im Frontcrash, schuld daran sind vor allem die hohen Belastungen im Brustbereich sowie für Oberschenkel und Füße des Fahrers. Recht passable 16 Punkte gab es hingegen im Seitencrash. Das macht insgesamt 26 Punkte und somit vier Sterne für den MG TF. In der Liste der gecrashten Roadster liegt der Honda S2000 mit 27 Punkten an erster Stelle, dahinter reihen sich ex aequo MG TF und Mercedes SLK mit 26 Punkten und der Mazda MX-5 mit 25 Punkten. Da beim Crashtest ein Erwachsenen-Dummy auf dem Beifahrersitz saß, wurde die Kindersicherheit nicht überprüft. MG Rover rät außerdem davon ab, einen Kindersitz auf dem Beifahrersitz zu montieren.

Auf der Liste der bisher gecrashten Off-Roader gibt es einen neuen Champion. Der BMW X5 stellte sich mit 31 Punkten (vier Sterne) an die Spitze. "Maximale Punktezahl gab es im Pole- und im Seitencrash", lobt ÖAMTC-Cheftechniker Lang, "die Fahrgastzelle stellte sich als recht stabil heraus." Für die Frontsicherheit bekam der BMW X5 13 Punkte. "Hier bringen vor allem hohe Brust-, Knie- und Oberschenkelbelastungen für den Fahrer Punkteabzüge", so Lang weiter. Für seine Fußgängersicherheit bekam der BMW X5 einen Stern, in puncto Kindersicherheit überzeugte er die Crashtester überhaupt nicht. Keines der Kinder war beim Seitenaufprall gut geschützt, das eineinhalbjährige Kind war beim Frontaufprall außerdem hohen Nackenbelastungen ausgesetzt.

Der Mitsubishi Pajero Pinin ist der zweite Off-Roader, der in dieser Testserie gecrasht wurde. Das eher enttäuschende Ergebnis:
Drei Sterne bei 24 Punkten. Die Fahrgastzelle erwies sich als instabil, beim Frontaufprall (8 Punkte) ist der Beifahrer hohen Brustbelastungen ausgesetzt, für den Fahrer besteht erhöhtes Verletzungsrisiko im Fuß- und Beinbereich. Zufriedenstellende 16 Punkte gab es im Seitencrash. Im Off-Roader-Ranking ist der Mitsubishi Pajero Pinin im Mittelfeld zu finden. "Beim Crashtest waren der dreijährige und der eineinhalbjährige Dummy ungleich gut geschützt im Fahrzeug", so der ÖAMTC-Cheftechniker über die Kindersicherheit im Off-Roader, "große Belastungen wurden vor allem beim Seitenaufprall im Kopfbereich des größeren Kindes festgestellt." Nur einen Stern erntete der Mitsubishi Pajero Pinin für seine Fußgängersicherheit.

So testet EuroNCAP

EuroNCAP (European New Car Assessment Programme) ist das weltweit größte Crashtest-Programm, in Österreich vertreten durch ÖAMTC und VKI. Die Tests betreffen den Insassenschutz bei Frontal- und Seitenaufprall, die Sicherheit von Kindern im Fahrzeug und die Fußgänger-Sicherheit beim Aufprall gegen ein Auto:

Der Frontcrash (maximal 16 Punkte sind zu erreichen) findet mit einer Geschwindigkeit von 64 km/h statt, wobei das Fahrzeug seitlich versetzt gegen eine deformierbare Barriere prallt. Gemessen werden die Verformungen am Auto und die Belastungen an den Dummies. Beim seitlichen Aufprall trifft ein Crash-Gefährt mit 50 km/h die Fahrerseite des stehenden Autos und simuliert so ein auf der Fahrerseite eindringendes Fahrzeug. Beim zusätzlichen Pfahltest wird das Fahrzeug mit 30 km/h seitlich gegen eine Stahlsäule gecrasht, der Aufprall erfolgt in Höhe des Fahrers. Simuliert wird hier ein Unfall etwa mit einem Baum oder einem Lichtmasten. Für den Seitenaufprall gibt es maximal 16 Punkte, zwei Extrapunkte bringt der Pfahltest.

Wegen der europaweit hohen Quoten nicht angeschnallter Autoinsassen wird von EuroNCAP der Einbau "intelligenter optischer und akustischer" Sicherheitsgurt-Erinnerungssysteme forciert und bewertet. Bis zu drei Zusatzpunkte bekommen daher Fahrzeuge, die serienmäßig über sogenannte "Seat-Belt-Reminder" verfügen - je einen für Fahrer-, Beifahrer- und Rücksitz.

Die detaillierten Ergebnisse des Crashtests gibt es auf der ÖAMTC-Homepage unter http://www.oeamtc.at/

Aviso an die Redaktionen:
Fotomaterial und Grafiken zum aktuellen Crashtest finden sich im ÖAMTC-Foto-Service, abrufbar auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/presse/.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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