infra-Gewerkschaften vereint gegen GATS-Abkommen

infra für einen sofortigen Stopp dieser Verhandlungen

Wien (infra/ÖGB). Im Rahmen der heutigen Branchenkonferenz traten die Vorsitzenden der sieben Partnergewerkschaften gemeinsam gegen diese Verhandlungen der WTO auf. "Der Verlierer des GATS-Abkommens ist der Mensch. Denn die Energie- und Wasserversorgung, die Bildung, der öffentliche Verkehr und viele andere öffentliche Dienstleistungen sollen liberalisiert und damit der Privatisierung ausgeliefert werden. Wenn das passiert, drohen sowohl den KonsumentInnen als auch den Beschäftigten drastische Verschlechterungen und zwar im Alltag und im Berufsleben", gab der Sprecher der infra, Günter Weninger, zu bedenken.++++

Gerhard Fritz, Chef der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten kritisierte den rauen Personalabbau. "Allein im Bereich des Postbus wurden in den vergangenen zehn Jahren über die Hälfte der Arbeitsplätze abgebaut. Der Personalabbau darf nicht auf Kosten des Fahrgastes oder des hochmotivierten Personals gehen. Wir sind an den Grenzen."

"Die Kunst ist in Österreich frei. Sie ist keine Dienstleistung, daher auch in keiner Art und Weise verhandelbar. Alles andere wäre gegen die Verfassung", positionierte sich Peter Paul Skrepek, Vorsitzender der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe, ganz klar und deutlich. Sein Kollege Johann Driemer, Chef der Gewerkschaft Bau-Holz, sieht in der infra ein starkes Schutzschild gegen rauen Sozialabbau: "Die GATS - Verhandlungen brächten soziale Kälte, denn die sozial Schwachen wären von der notwendigsten Grundversorgung ausgeschlossen. Dem werden wird Einhalt gebieten. Die infra wird auch gegen diese Verhandlungen ein starkes Schutzschild sein."

Für Rudolf Hundstorfer von den Gemeindebediensteten dürfen im Bereich Infrastruktur und Dienstleistungen weder die DienstnehmerInnen und schon gar nicht die BürgerInnen unter die Räder kommen. Vorsitzender Hundstorfer: "Ich rücke daher die Folgen der derzeit laufenden GATS - Verhandlungen und die Diskussionen über Daseinsvorsorge in den Mittelpunkt unserer politischen Tätigkeit."

Im Rahmen dieser Verkehrskonferenz unterzeichneten die Vorsitzenden der sieben Partnergewerkschaften ein ausführliches Forderungsprogramm, das u.a. den Stopp der laufenden GATS-Verhandlungen vorsieht. Mit ihrer Unterschrift bekennen sich die Vorsitzenden zu diesem Papier und werden konsequent auf Umsetzung drängen. Der infra-Bereichssprecher für den Verkehr, Vorsitzender Haberzettl, wird dieses Forderungsprogramm den Verantwortlichen zwecks Umsetzung übergeben, damit sie endlich ihre Verantwortung übernehmen.

Die nächste infra - Branchenkonferenz findet am 03. März 2003 zum Thema "Gesundheit" statt.

ÖGB, 27. Jänner 2002
Nr. 038

Rückfragen & Kontakt:

infra-PR-Koordination
Hari Schörner
Tel.: (01) 534 44/414
Mobil: 0664 614 52 11

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003