Ö3-GEISTERFAHRERSTATISTIK 2002: Neuer Geisterfahrerrekord

Wien (OTS) - 510 Geisterfahrer-Meldungen im Jahr 2002, das ist die höchste Anzahl an Meldungen, die in der Ö3-Verkehrsredaktion jemals registriert wurde. Im Jahr 2001 waren es noch 444 Geisterfahrer, das entspricht einer Steigerung von 15 %. In der Bundesländerstatistik führt die Steiermark, in der Straßenstatistik die Südautobahn. Auf drei Teilstücken werden im vergangenen Jahr jeweils 23 Geisterfahrer gezählt: Auf der A2 im Kärntner Wörtherseeabschnitt, auf der A10 im Salzburger Pongau und auf der A9 südlich von Graz. Die Opferbilanz:
Im Jahr 2002 sterben drei Personen bei Unfällen mit Geisterfahrern. Um das Phänomen Geisterfahrer einzudämmen, wurde ein neues System (GRIS) entwickelt. ****

DIE ECKZAHLEN:

Gesamt 1.Qu. 2.Qu. 3.Qu. 4.Qu.

Gesamt 2002 510 106 109 169 126 Änderungen in
% gegenüber Vorjahr: 14,86 26,19 -1,80 11,18 29,90 Gesamt 2001 444 84 111 152 97

GEISTERFAHRER-DETAILANALYSE 2002

BUNDESLÄNDERSTATISTIK:
Die Steiermark (112 Meldungen: 2001: 98) führt wie jedes Jahr die Bundesländerstatistik an, gefolgt von Niederösterreich (101; 2001:
82) und diesmal Oberösterreich (67; 2001: 57).
Das Schlusslicht bildet das Burgenland mit 8 Meldungen (2001: 6). Bis auf Tirol erhöht sich in allen Bundesländern die Anzahl der Meldungen.

STRAßENSTATISTIK:
In der Straßenstatistik führt erneut die Südautobahn (A2) mit 100 Meldungen (2001: 110). Es folgen die Westautobahn (A1) mit 65 (2001:
51) und die Pyhrnautobahn (A9) mit 49 Meldungen (2001: 43).
Deutlich erhöht sich die Anzahl auf der Westautobahn (+14) und auf der Ostautobahn (+12).
Auf der Inntalautobahn (-24) und der Südautobahn (-10) sind hingegen wesentlich weniger Geisterfahrer unterwegs. Auf der Arlbergschnellstraße (S16) und auf der Burgenlandschnellstraße (S31) werden keine Geisterfahrten registriert.

DIE GEFÄHRLICHSTEN STRECKENABSCHNITTE:
In drei Abschnitten werden jeweils 23 Geisterfahrer gezählt:
- In Salzburg auf der A10 im Abschnitt Pongau zwischen Flachau und Pass Lueg (2001: 21)
- In Kärnten auf der A2 im Raum Wörthersee zwischen Klagenfurt und Villach (2001: 18)
- In der Steiermark auf der A9 südlich von Graz (2001: 23)
Diese drei Teilstücke zählen traditionell zu den gefährlichsten in ganz Österreich.
Das Teilstück mit den meisten Meldungen im Vorjahr, die A12 im Tiroler Oberland, rangiert diesmal auf Platz 10 mit 14 Meldungen (2001: 25).

DIE GEISTERFAHRERZEIT
Das gefährlichste Quartal ist und bleibt das dritte, das heißt, auch 2002 werden in den Sommermonaten die meisten Geisterfahrer gemeldet. Der Juli sticht dabei mit 63 Meldungen (im Schnitt zwei täglich) besonders hervor.

In der Wochentagstatistik führt der Donnerstag mit 87 Meldungen, Schlusslicht bildet der Montag mit 58 Meldungen. Am Wochenende sind nach wie vor im Schnitt mehr Geisterfahrer unterwegs als an Werktagen.

In der Tagesverteilung dominieren diesmal der Vormittag und der Abend. In der Nacht sind vergleichsweise die wenigsten Geisterfahrer unterwegs, aber auch hier erhöhen sich die Meldungen 2002 deutlich.

DER TAGESREKORD
Samstag, der 27. Juli, ist der Tag mit den meisten Geisterfahrern. 6mal wird im Ö3 Programm gewarnt, am Tag darauf weitere 5mal. So sind allein an diesem letzten Juli-Wochenende insgesamt 11 Geisterfahrer unterwegs.

DIE OPFERBILANZ
Im Jahr 2002 kommen bei Geisterfahrerunfällen drei Personen ums Leben. Einer der Unfälle ereignet sich am 31.1.2002 in der Steiermark auf der A9 bei Seiersberg - eine Person wird getötet.
Der zweite Unfall passiert am späten Abend des 9.12.2002 in Niederösterreich auf der Westautobahn bei Haag mit zwei Toten.
Im Jahr 2001 ist eine Person bei einem Geisterfahrerunfall ums Leben gekommen.

GRIS- GHOST RIDER INFORMATION SYSTEM
Seit 1994 werden jährlich die Geisterfahrermeldungen von Ö3 statistisch erhoben. Die Tendenz ist stark steigend. Um das Phänomen Geisterfahrer einzudämmen, wurde eine neue Technologie von Dolphin Technologies und dem Forschungszentrum Arsenal in Zusammenarbeit mit Ö3 entwickelt:

GRIS ist eine Technologie, die mittels Mikrowellen den Geisterfahrer bereits auf der Anschlussstelle erfasst und die Meldung binnen Sekunden an Ö3 bzw. an die Exekutive weiterleitet. Ö3 gibt die Meldung sofort durch, und zwar sowohl on Air im laufenden Radioprogramm als auch via RDS-TMC, dem digitalen Verkehrsservice. Parallel dazu fährt die Exekutive die Strecke ab, um den Geisterfahrer zu stoppen.

Autofahrer via Radio über Geisterfahrer zu warnen, ist ein lebenswichtiges Instrument, um Geisterfahrerunfälle zu verhindern. GRIS soll als Plattform für weitere Technologien dienen - auch was die Warnung der Autofahrer auf den Straßen betrifft. Letztendlich müssen auch Maßnahmen gesetzt werden, um den Geisterfahrer an der Weiterfahrt zu hindern.

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