Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Von Theorie und Praxis (von Claudia Grabner)

Ausgabe vom 25. Jan. 2003

Klagenfurt (OTS) - Sie verdienen nichts Besseres - also wird ihnen Finanzminister Grasser erhalten bleiben. Pech nur, dass "sie" "wir" sind. Und doppeltes Pech, dass sich Österreichs neuer alter Kanzler (dass Wolfgang Schüssel Kanzler bleibt, ist bislang das Einzige, was das Wählervolk über seine künftige Regierung in Erfahrung bringen konnte) am selbstverliebten Finanzminister festgebissen hat.

Es klingt nicht wie Hohn. Es IST Hohn: Just zu einer Zeit, die -den Versprechungen des Wahlkampfes 1999 zufolge - Österreich mit den Früchten des zähen Sparens laben und die Brieftaschen wieder etwas, sei es auch nur ein bisserl, auffüllen sollte, gibt sich Karl-Heinz Grasser seiner jüngsten Profilierungssucht hin: Weitersparen! Drei Milliarden Euro! Richtig gelesen: Weitere drei Milliarden Euro will der Finanzminister aus des Österreichers Hosentaschen ankarren...

Dass er dabei Ziele anvisiert, die selbst Experten als "Illusion" definieren, scheint ihn in keiner Weise zu berühren. So verspricht sich Grasser mit der Abschaffung der Frühpensionen eine Milliarde Euro. Und ignoriert dabei geflissentlich, dass Fachmänner zwar praktisch eine Kosteneinsparung sehen - theoretisch aber mit Mehrkosten spekulieren. Mit empfindlichen Mehrkosten. Das aber kümmert den Minister nicht: Hat er doch eines in seiner Amtszeit bravourös bewiesen: er ist Theoretiker...

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