Prammer: Massiver Anstieg der Altersarmut bei unreflektierter Abschaffung der Frühpensionen ohne Begleitmaßnahmen

Wien (SK) "Vor allem Frauen wären davon betroffen. Sie
würden in einen steilen Abgrund der Altersarmut fallen, wenn die Frühpensionen losgelöst von massiven Arbeitsmarktmaßnahmen abgeschafft würden", ist SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ überzeugt. Ziel sei es, das faktische an das gesetzliche Pensionsalter heranzuführen. Mit restriktiven Maßnahmen wie der Abschaffung der Frühpension, ohne das Problem der Altersarbeitslosigkeit mit einzubeziehen, würden aber nur Probleme verlagert, nicht jedoch gelöst. ****

Prammer betonte, dass ältere Menschen - und hier vor allem Frauen - schon mit dem gesetzlichen Frühpensionsalter von 56,5 Jahren nur mehr sehr schwer am Arbeitsmarkt vermittelbar sind. "Viele Frauen verlieren bereits mit 50 ihren Arbeitsplatz. Diese Frauen sind zumeist schon durch ihren unregelmäßigen Erwerbsverlauf aufgrund der Kinderpause bei ihrer Pensionsberechnung gehandikapt", erklärte Prammer, die in diesem Zusammenhang auf die jüngsten Zahlen des Rechnungshofes verwies: Wie dem umfassenden 360-Seiten-Papier zu entnehmen ist, betrug 2001 das Netto-Jahreseinkommen unselbstständig beschäftigter Männer 17.860 Euro, jenes der Frauen aber nur 11.660 Euro. Noch deutlicher ist die Differenz bei den PensionistInnen. Ein Pensionist hatte 2001 durchschnittlich 15.830 Euro netto, eine Pensionistin 9.800 Euro.

Arbeitslose ältere Frauen, die nun nicht einmal mehr in Frühpension gehen könnten, würden, so befürchtet Prammer, in ein Armutsloch fallen. Haben sie einen Partner, der ein gewisses Einkommen übersteigt, fallen sie auch aus der Notstandshilfe heraus. "Der Diskrepanz zwischen den Männerpensionen und den Frauenpensionen sowie den Männereinkommen und den Fraueneinkommen kann man mit der unreflektierten Abschaffung der Frühpensionen nicht entgegenwirken", ist Prammer überzeugt, "im Gegenteil, dadurch wird sie noch vergrößert." Was es braucht, sei ein Bündel an Maßnahmen, beginnend von einem Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen bis hin zu effektiven Schulungsmaßnahmen auch für ältere Arbeitnehmerinnen, um mehr Einkommensgerechtigkeit, aber auch einen längeren Verbleib der Frauen im Erwerbsleben zu gewährleisten, so Prammer abschließend. (Schluss) up

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