RadioKulturhaus: Ruth Gabrieli und Lydia Vierlinger singen "Schottische Lieder und Duette" von Haydn und Beethoven

Wien (OTS) - Zahlreiche Bearbeitungen von schottischen Liedern und Duetten von Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven sind in den britischen Liedschatz eingegangen. Ruth Gabrieli (Sopran) und Lydia Vierlinger (Alt) bringen am Donnerstag, den 30. Jänner im Großen Sendesaal eine Auswahl dieser großteils noch nicht verlegten Schätze zu Gehör, die auch als CD erscheinen wird. Begleitet werden die beiden Sängerinnen von Ulli Engel (Violine), Jörg Zwicker (Cello) und Norbert Zeilberger (Hammerklavier). Beginn: 19.30 Uhr.****

Eine musikalische Entdeckung der Sonderklasse steht am 30. Jänner auf dem Programm des RadioKulturhauses: bisher unbekannte Kompositionen Haydns, gespielt auf zeitgenössischen Instrumenten.

Begonnen hat Joseph Haydn mit der Komposition von Volksliedern im schottischen Stil, als er 1791 bei seinem Aufenthalt in London den Verleger William Napier, kennen lernte. William Napier meldete damals gerade Konkurs für sein Verlagshaus an und erhoffte sich von dem Erfolg dieser Kompositionen die Sanierung seiner Firma. Schon im nächsten Jahr erschien der erste Liederband mit Haydns Schottischen Liedern. Der erhoffte finanzielle Erfolg blieb nicht aus.

Nach seiner zweiten England-Reise erschien 1795 der nächste Band mit rund 50 weiteren Haydn-Liedern. Nach Wien zurückgekehrt setzte Joseph Haydn seine schottischen Kompositionen fort und belieferte nicht nur William Napier sondern auch den Verleger und Volksliedsammler George Thomson, einen Buchhalter aus Edinburgh, mit rund 200 arrangierten Volksliedern für ein oder zwei Singstimmen, Violine, Violoncello und Klavier. Zwischen 1791 und 1804 fertigte Haydn knapp vierhundert Bearbeitungen schottischer und walisischer Lieder an.

Nach dem Tod von Joseph Haydn übernahm dessen Bewunderer Ludwig van Beethoven ab 1818 die Bearbeitung der schottischen Volkslieder und damit das einträgliche Geschäft mit England. Obwohl Haydn Beethoven nie wirklich schätzte und anerkannte und es sich sogar verbat, dass Beethoven ihm eine Klavierkomposition widmete, setzte Beethoven das Werk seines Idols fort: allerdings anspruchsvoller und bereits in Richtung Kunstlied. Damit unterscheiden sich die rund 40 Beethoven-Kompositionen doch recht deutlich von den mehr "zeitgeistigen" Kompositionen Haydns.

Aufgrund des umfangreichen Schaffens Haydns und der zahlreichen Autographen und Kopistenschriften in Schottland, findet die Wissenschaft immer noch Unbekanntes. Im Konzert im RadioKulturhaus werden vier Haydn-Lieder zu hören sein, die erstmals im Herbst 2002 verlegt wurden und nun vom ORF als Premiere auf CD aufgenommen werden.

"Schottische Lieder und Duette" mit Lydia Vierlinger und Ruth Gabrieli findet am Donnerstag, den 30. Jänner 2003 im Großen Sendesaal des RadioKulturhauses statt. Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt:
16 Euro. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Ihre Zusage unter der Telefonnummer 01/501 01/18175. Weitere Informationen zum Programm des RadioKulturhauses gibt es auf der Homepage
http://kultur.orf.at/radiokulturhaus oder über das Kartenbüro (Tel.
01/501 70-377).(hb)

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