ÖBB unterstützen Getreidelieferungen der staatlichen Hochwasserhilfe

Besonders vergünstigte Tarife für Getreidetransporte der staatlichen Soforthilfe

Wien (ÖBB) - Zur Unterstützung der von der Hochwasserkatastrophe betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe beteiligen sich die ÖBB an einer Hilfsaktion. Viele landwirtschaftliche Betriebe haben durch das Jahrhundert-Hochwasser im August 2002 jenes Getreide verloren, das nun an die Nutztiere verfüttert werden sollte. Um die wirtschaftlich prekäre Lage der geschädigten Landwirte und Agrarbetriebe zu verbessern, wurde durch kurzfristige Gesetzesänderungen den Betroffenen der Kauf von vergünstigtem Interventionsgetreide ermöglicht. Dieses wird nun von der ÖBB-Konzerntochter "Express-Interfracht" per Schiff und zu einem besonders vergünstigten Tarif per Bahn zu den Empfängern in den ehemaligen Hochwasserregionen befördert.****

Die Überschwemmungen vom August 2002 haben im Landwirtschaftsbereich nicht nur erhebliche Ernteschäden verursacht, sondern oft auch jene Getreidevorräte vernichtet, welche die Nutztierhalter im Winter für die Fütterung benötigen. Im Sommer bestand daher die Gefahr, dass die landwirtschaftlichen Betriebe ihren Viehbestand mangels Futtervorräte verkaufen müssen. Aus diesem Grund haben der zuständige EU-Kommissar Franz Fischler und der österreichische Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer im September 2002 Verordnungen erlassen, die den Verkauf von insgesamt 30 600 Tonnen Getreide aus Beständen der österreichischen Interventionsstelle ermöglichen.

Der kurzfristige Verkauf dieses Interventionsgetreides an österreichische Tierhalter zum vergünstigten Preis von 50 Euro pro Tonne, was knapp der Hälfte des normalen Verkaufspreises entspricht, ergibt einen Gesamtwert der staatlichen Soforthilfe in der Höhe von knapp 2 Millionen Euro.

Getreidetransport durch die "Express-Interfracht"
Die im Herbst 2002 gestartete Hilfskampagne läuft bis Ende Februar 2003. Die Abwicklung der Transporte erfolgt über die ÖBB-Konzerntochter "Express-Interfracht" umweltfreundlich per Bahn und Schiff. Schließlich ist professionelle Transportlogistik gefragt, damit das begehrte Getreide aus den zentralen Lagern zur vereinbarten Zeit in der gewünschten Qualität und Quantität vor Ort eintrifft.

"Gemeinsam mit dem ÖBB Güterverkehr (Rail Cargo Austria) unterstützen wir diese staatliche Hochwasser-Hilfsaktion nicht nur durch unsere professionelle Transport- und Logistikkompetenz, sondern zudem mit einem finanziellen Beitrag von 3 Euro je beförderter Tonne Getreide auf der Schiene," erklärt Gustav Poschalko, Generaldirektor der "Speditions Holding AG". "Der Abtransport dieser großen Getreidemenge in einem berechenbaren Zeitraum ist eine besondere Herausforderung, weil es sich dabei um unpaarige, unregelmäßige Verkehre handelt."

Die "Express-Interfracht" befördert das Getreide hauptsächlich mit 4-achsigen bahneigenen Silowaggons von den Versandbahnhöfen Dürnkrut, Enns, Krems, Klein Schwechat, Wien - Alberner Hafen zu den Silos in den vom Hochwasser geschädigten Gebieten. "Die durchschnittliche Entfernung dieser Schienentransporte beträgt rund 250 Kilometer", erwähnt Wolfgang Scharinger, Leiter des ÖBB Güterverkehr", "wobei die Transporte in Einzelwagen bzw. kleineren Wagengruppen von maximal 250 Tonnen erfolgen. Unsere Mitarbeit am Gelingen dieser Hilfskampagne ist ein weiteres Beispiel, wie ernst wir die Verantwortung für die bundesweite Flächenversorgung nehmen, obwohl wir rund drei Viertel unseres Umsatzes mit internationalen Verkehren erwirtschaften."

Rein rechnerisch entsprechen die 30 600 Tonnen Getreide einer Flotte von über 600 Waggons. Aufgrund geografischer Gegebenheiten wird allerdings eine bestimmte Menge Getreide in Kooperation mit der DDSG auch per Schiff bzw. per LKW befördert.

"Der Transport von für den Bahntransport besonders geeigneten Massengütern, wie etwa Getreide, Holz, Kohle und Zuckerrüben ist eine unserer Stärken," erklärt Helmut Sommer, der bei der "Express-Interfracht" unter anderem für Getreidetransporte zuständige Manager, und betont jenes Fachwissen, das für die erfolgreiche Erledigung solcher Aufträge gefragt ist: "Beim Getreide-Transport kommt es auf Erfahrung und Sorgfalt an. Nur wenn gewährleistet ist, dass entlang der gesamten Transport- und Logistikkette sämtliche Bedingungen stimmen, bleibt die vitale Qualität dieses heiklen Grundnahrungsmittels erhalten."

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