Skiunfälle: Hauptursachen Übermüdung, Bindungsmängel und fehlende Regelkenntnis

Große Aufklärungsaktion gestartet: Rund 90.000 Unfälle ereignen sich pro Jahr auf Österreichs Skipisten. Das Verletzungsrisko ist am Nachmittag um etwa 50 Prozent höher als am Vormittag.

Wien (OTS) - Jährlich tummeln sich auf Österreichs Pisten ca. 8 Millionen SkifahrerInnen und SnowboarderInnen. Durchschnittlich verletzen sich dabei rund 90.000 Menschen (75.000 SkifahrerInnen, 15.000 SnowboarderInnen; Inländer und Ausländer), davon 67.000 so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Am Nachmittag ist das Unfallrisiko um rund 50 Prozent höher als am Vormittag. Allein in den zwei Stunden zwischen 14 und 16 Uhr ereignen sich 38 Prozent aller Unfälle (Österreichische Freizeitunfallstatistik).

Zwischen 14 und 15 Uhr wandern doppelt so viele Personen von der Piste ins Krankenhaus wie zwischen 10 und 11 Uhr. Hauptursachen sind aufkommende Müdigkeit, mangelnde Konzentration und Kraftlosigkeit. Besonders gefährdet sind wenig trainierte Menschen, die sich überfordern, schwer essen und Alkohol konsumieren. "Hören Sie also auf Ihren Körper, machen Sie Pausen, fahren Sie nicht ständig am Limit, trinken Sie ausreichend, aber keinen Alkohol. Wenn Sie sich müde fühlen, und die Beine nicht mehr richtig gehorchen, legen Sie Pausen ein oder beenden Sie den Skitag früher als gewohnt. Sonst wird es am nächsten Tag noch schlimmer oder es kommt zur Zwangspause wegen einer Verletzung", rät Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher Leben".

Eine weitere führende Verletzungsursache sind mangelhaft gewartete Skibindungen. Alterungsprozesse der Bindung und Abnützung der Schuhsohle verändern im Laufe der Jahre die Auslösewerte. Nur die jährliche Kontrolle mit Hilfe eines geeichten Prüfgeräts gewährleistet optimales Funktionieren - für den Fall des Falles. Tatsächlich ist aber jeder 2. Skifahrer mit einer nicht richtig eingestellten Bindung unterwegs. Schätzungsweise 20 Prozent der Skiverletzungen sind darauf zurückzuführen. Dabei prüft jeder Sporthändler um wenig Geld die ordentliche Bindungseinstellung. "Bestehen Sie aber auf die Verwendung eines geeichten Prüfgerätes. Dafür erhalten Sie das goldene Prüfsiegel. Bei Einstellung mit Hilfe einer Tabelle gibt es das silberne, das aber deutlich weniger Sicherheit bietet", empfiehlt Dr. Kisser.

Seltener, aber meist schwerer sind die Verletzungen durch Zusammenstöße (rund 8 Prozent der Unfälle). Oft ist daran die Unkenntnis der Pistenregeln schuld. Eine Untersuchung des Instituts "Sicher Leben" zeigt, dass die Regeln zur Vermeidung von Zusammenstößen weitgehend unbekannt sind. Diese sogenannten FIS-Regeln werden nicht in allen Skischulen vermittelt und in vielen Wintersportgebieten unzureichend plakatiert. "Sicher Leben"-Chef Kisser: "Es ist völlig unakzeptabel, dass so wenige Menschen die Pisten-Verkehrsordnung kennen. Viele glauben zum Beispiel, dass der Rechtsvorrang gilt, was völlig unsinnig wäre. In Wahrheit hat der langsamere vor einem fahrende Pistenbenützer den Vorrang."

Aufklärungsaktion
Deshalb wurde die Aktion "Sicher auf der Piste" der Arbeitsgruppe "Safer Snow - More Fun" (Institut "Sicher Leben", Österreichischer Skiverband, Fachverband der Seilbahnen, Österreichischer Skischulverband, Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster, Bundesgremium Sportfachhandel der Wirtschaftskammer, Österreichische Bergrettung, Naturfreunde, Werbeagentur Sitour und Bildungsministerium) gestartet. Pistenbenützer sollen besser über die Regeln sicheren Skilaufs informiert werden. Comic-artige Aufkleber für Seilbahngondeln und eine kleine Broschüre liefern eine Art Gebrauchsanleitung für Pistenbenützer. Die vergnüglich gestaltete Mini-Broschüre wird von Fremdenverkehrsorganisationen, Seilbahnen, Sportfachgeschäften und Skischulen kostenlos ihren Kunden angeboten. Auch können die Wintersportler an einem attraktiven Preisausschreiben teilnehmen. Zusätzlich winkt der aktivsten Skiregion (von der die meisten Teilnehmer an dem Preisausschreiben kommen) eine attraktive Belohnung: Kostenlose Werbung in einem großen Nachrichtenmagazin Österreichs. Einsatz für die Sicherheit der Wintergäste soll sich lohnen.

All jenen, die sich einen verpatzten Winterurlaub ersparen wollen, ruft "Sicher Leben" die wichtigsten Sicherheitsempfehlungen in Erinnerung.

10 Gebote für einen sicheren Wintersport
1. Bereiten Sie Ihren Körper auf den Wintersport vor!
2. Einmal jährlich Bindungskontrolle vom Fachhändler!
3. Schwingen Sie unterhalb der Gruppe ab, nicht oberhalb!
4. Nicht an unübersichtlichen oder engen Stellen stehen bleiben!
5. Im Laufe eines Skitages regelmäßig Pausen einlegen!
6. Schauen Sie nach oben bevor Sie losfahren!
7. Achtung, der Langsamere hat Vorrang, nicht der Rechtskommende!
8. Fahren Sie Ihrem Können entsprechend - kontrolliert!
9. Verzichten Sie tagsüber auf Alkohol!
10. Nie in gesperrtes Gebiet einfahren!

Die Mini-Broschüre "Safer Snow" kann auch beim Institut "Sicher Leben" bestellt werden: E-Mail: renate.zorn@sicherleben.at oder Tel. (01) 715 6644-312

Rückfragen & Kontakt:

Institut Sicher Leben
Pressestelle
Mag. Alexandra Ludvik
Tel.: (++43-1) 71 770/225

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