AK zur Arbeitslosigkeit: Wirtschaft gibt Antworten auf falsche Fragen

Linz (OTS) - Deutliche Worte findet AK-Präsident Hubert Wipplinger bei der Bewertung der jüngsten Wirtschaftskammer-Vorschläge zum Thema Arbeitslose. "Auch wenn Präsident Sigl hundert Mal beteuert, im Sinne der Betroffenen zu agieren: alle Vorschläge zielen in Richtung Bestrafung der Arbeitslosen. Für ihr Weiterkommen am Arbeitsmarkt wird nichts getan!"

Auch durch gebetsmühlenartige Wiederholung werden die Argumente der Wirtschaftskammer in dieser Frage nicht richtiger: "Die Wirtschaft gibt Antworten auf die falschen Fragen", so Wipplinger. "48 Prozent, also fast die Hälfte aller Arbeitslosen, haben gar keinen Berufsabschluss. Und damit auch keinen Berufsschutz. Dafür haben sie das doppelte Risiko, arbeitslos zu werden!" ärgert sich der AK-Präsident über das ständige Gejammer der Wirtschaft über den Berufsschutz. Von Maßnahmen zur Qualifizierung dieser Personen und damit zur Erhöhung ihrer Berufschancen ist dagegen bei der Wirtschaftskammer keine Rede.

Die jüngst von der Arbeiterkammer präsentierte Berufsbedarfsprognose für Oberösterreich zeigt deutlich, dass Hilfskräfte immer weniger gefragt sind und vor allem Fachkräfte gebraucht werden. "Wie steht es hier mit der Verantwortung der Wirtschaft um die Ausbildung?" fragt der AK-Präsident angesichts von mehr als 500 Jugendlichen in Oberösterreich, die derzeit ohne Ausbildungsplatz dastehen. In diesem Sinn tut Sigl auch den Betrieben nichts Gutes.

Der vielzitierte Pfusch ist im übrigen kein Arbeitslosenthema. "Offenbar will die Wirtschaft mit dieser Debatte nur vom organisierten gewerblichen Pfusch ablenken, der die Volkswirtschaft ungleich mehr schädigt. Und die vorübergehende Sperre des Arbeitslosengeldes für Pfuscher gibt es schon jetzt. Der Gewerbeschein ist nicht so schnell weg", gibt Wipplinger zu bedenken.

Zum Thema Selbstbehalt stellt Wipplinger nur eine Frage: "Woher kommt es, dass trotz Selbstbehalt die Ausgaben der Gewerblichen Sozialversicherungsanstalt pro Versichertem deutlich höher sind als jene bei den ASVG-Versicherten?"

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2193
doris.becker@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001