Leitl in Brüssel: "Die EU braucht eine Gründerwelle"

KMU sind Wachstums- und Beschäftigungsmotor Europas - Liikanen: ein Drittel der Unternehmen wollen wegen bürokratischer Hürden nicht wachsen

Wien (PWK040) - "Die europäischen Regierungen müssen ökonomische Führungskraft beweisen und die zugesagten Reformen umsetzen, damit die EU wie versprochen zur wettbewerbsfähigsten Region in der Welt werden kann", sagte der Präsident der Europäischen Wirtschaftskammern (Eurochambres) und der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, heute im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem für Unternehmenspolitik zuständigen Kommissar Erkki Liikanen. "Die europäischen Unternehmen verlangen von den Mitgliedstaaten konkrete Aktionen. Nicht feierliche Deklarationen schaffen Jobs und kurbeln die Konjunktur an, sondern konkrete Maßnahmen." Kommissar Liikanen äußerte sich besorgt darüber, dass 30 Prozent der Unternehmen in Europa aufgrund der bestehenden bürokratischen Hürden nicht wachsen wollen. Sie würden in zusätzlicher Beschäftigung nicht mehr Chancen, sondern mehr Risiken sehen.

An erster Stelle gelte es, in Europa ein unternehmensfreundlicheres Umfeld zu schaffen: "Das heißt im Klartext: weniger und dafür bessere Gesetze auf europäischer wie nationaler Ebene, ein besserer Zugang der Unternehmen zu Finanzierung - Stichwort Basel II - und ganz generell ein Kulturwandel in Richtung Unternehmergeist und Innovation." Unternehmerisches Denken müsse bereits in den Schulen gelehrt und zu einem Teil des lebenslangen Lernens werden. "Give risk a chance muss unser Motto für 2003 lauten denn Europa braucht eine Gründerwelle", sagte Leitl. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Annahme sind nämlich die kleinen und mittleren Unternehmen der Wachstums- und Beschäftigungsmotor Europas.

Tatsächlich sind gerade bei Risikofreudigkeit und Unternehmergeist die Defizite Europas im Vergleich zu den USA eklatant: Gemäß einer Eurobarometer-Umfrage der EU-Kommission sind 4,5 Prozent der EU-Bürger dabei, einen Betrieb zu gründen oder innerhalb der vergangenen drei Jahre Unternehmer geworden. In den USA beträgt diese Quote 13 Prozent. Und: Mehr als doppelt so viele Europäer wie Amerikaner haben ihre Bemühungen aufgegeben, ein Unternehmen zu eröffnen.

"Ein wettbewerbsfähiges Umfeld ist natürlich unerlässlich für eine florierende Wirtschaft, Unternehmersein ist aber auch eine Frage der Einstellung", schloss der Wirtschaftskammer-Präsident. "Wenn wir es schaffen, das in Europa vorhandene unternehmerische Potenzial zu erschließen, sind wir unseren ökonomischen und sozialen Zielen um ein gutes Stück näher gekommen." (Ne)

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