Ausstellung 90 Jahre Wiener Jugendwohlfahrt

Von der Berufsvormundschaft zur modernen Jugendwohlfahrt der MAG ELF

Wien (OTS) - Die Wiener Jugendwohlfahrt ist 90 Jahre alt Aus
diesem Anlass fand am Donnerstag in der Bezirksvorstehung Ottakring eine Feierstunde statt. Im Erdgeschoss des Magistratischen Bezirksamtes, Richard-Wagner-Platz 19, wird die Ausstellung "90 Jahre Jugendwohlfahrt in Wien - Von der Berufsvormundschaft Ottakring zur modernen Jugendwohlfahrt der MAG ELF" eröffnet.

Erste Fürsorgestelle 1913 in Ottakring

1913 richtete die Gemeinde in Ottakring die erste Fürsorgestelle der Berufsvormundschaft ein, um das große Leid der zahlreichen rechtlosen und verwahrlosenden unehelich geborenen Kinder zu lindern. Damit übernahm ein Beamter, der Berufsvormund, die Sorge für die Vaterschaftsfeststellung und die Eintreibung eines Unterhaltes. Außerdem kümmerten sich in der Fürsorgestelle ein Arzt und eine Pflegerin (Vorläuferin der späteren Fürsorgerin) um Gesundheit und Pflege der Mündel.

Die erste Fürsorgestelle befand sich im Ottakringer Armenhaus in der Arnethgasse 84. Später benötigte das nachfolgende Bezirksjugendamt das gesamte Haus, das auch heute noch von der MAG ELF genützt wird. Hier befinden sich die MAG ELF Regionalstelle Soziale Arbeit mit Familien und die Regionalstelle Rechtsfürsorge, die Nachfolgeeinrichtung der einstigen Berufsvormundschaft. Sie sorgt nach wie vor für die Feststellung von Vaterschaften und die Hereinbringung von Unterhalt, letzteres allerdings nicht nur für unehelich geborene Kinder, und in der Regel nur auf Wunsch der Mütter.

Die Wiener Jugendwohlfahrt erlebte in ihrer 90jährigen Geschichte große Höhen und Tiefen. Im Roten Wien der Zwischenkriegszeit hatte die Jugendfürsorge politische Priorität, eigene Steuern wurden zu ihrer Finanzierung eingeführt. In der Zeit der Weltkriege galt es, das Überleben der Kinder zu sichern und den Hunger zu bekämpfen. In der Zeit des Nationalsozialismus gab es in Heimen der Jugendfürsorge selbst Gewalt und Misshandlung, über die Jugendfürsorgeeinrichtungen kamen Kinder in die Euthanasie-Anstalt "Am Spiegelgrund". 800 Kinder wurden dort Opfer des Euthanasiegesetzes.

MAG ELF heute: Beratung und professionelle Hilfe zum Schutz der Kinder in Krisensituationen

Heute ist die MAG ELF die Magistratsabteilung für Kinder, Jugend und Familien und bietet in rund 200 Serviceeinrichtungen Information, Beratung und professionelle Hilfe durch 1500 MitarbeiterInnen an, einerseits vorbeugend, andererseits zum Schutz der Kinder in Krisensituationen.

Die Ausstellung zeigt "die ersten 90 Jahre" sozialer Leistungen für Familien in Wien und erzählt mit vielen Texten und Fotos aus alter und neuer Zeit von der Entstehung des Wiener Jugendamtes, den Veränderungen und Entwicklungen und den heutigen Bemühungen für die Familien mit Kindern. Zu sehen ist die Ausstellung ab morgen, Freitag, 24.01.2003 bis Ende Februar 2003 im Magistratischen Bezirksamt Ottakring, Infozentrum, Erdgeschoss, 1160 Wien, Richard-Wagner Platz 19/EG. Öffnungszeiten: Mo, Di, Mi und Fr 8 - 15. 30, Do 8 -18 Uhr.

Die Ausstellung wird als Wanderausstellung weitergeführt, nähere Auskünfte erteilt die MAG ELF Servicestelle Tel. 4000-8011.

o Ausstellung "90 Jahre Jugendwohlfahrt in Wien"
Von der Berufsvormundschaft Ottakring zur modernen
Jugendwohlfahrt der MAG ELF"
Magistratisches Bezirksamt Ottakring, Infozentrum, Erdgeschoss, 1160 Wien, Richard- Wagner Platz 19/EG
Fr, 24. Jänner bis Ende Februar 2003
Mo, Di, Mi und Fr 8 - 15.30, Do 8 - 18 Uhr

(Schluss) eg

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