ARBÖ: Durch Hochwasser zerstörte Fahrzeuge jetzt steuerlich abgesetzen

Wien (OTS) - Der Jahresbeginn ist auch die Zeit der Steuererklärungen oder Lohnsteuerausgleiche. Der ARBÖ erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass Ersatzkosten für die durch das Hochwasser im August des Vorjahres zerstörten Fahrzeuge - Pkw, Motorräder, Mopeds und Fahrräder - von der Steuer abgesetzt werden können. Der ARBÖ hat im Bundesministerium für Finanzen recherchiert, auf was dabei geachtet werden muss.

Wichtig ist vorweg:
1. Der Schaden muss der Schadenskommission des jeweiligen Bezirks gemeldet worden sein. Die Meldung bildet dann die Grundlage für die steuerliche Berücksichtung der sogenannten Schadensbeseitigungskosten.
2. Die Steuervorteile erhält man nicht automatisch, sie müssen 2003 entweder bei der Steuererklärung (Selbständige, Firmen) oder beim Lohnsteuerausgleich (Unselbständige) geltend gemacht werden.

Oberste Devise: Alles, was als Luxus definiert werden kann, ist nur eingeschränkt oder gar nicht abzugsfähig.

Das ist absetzbar:
Pkw: Die Kosten für die Neuanschaffung eines Personenkraftwagens können als außergewöhnliche Belastung steuerlich abgesetzt werden. Absetzen kann man mindestens zehn Prozent dessen, was der zerstörte Pkw seinerzeit gekostet hat, egal ob als Ersatz ein neuer oder gebrauchter Pkw gekauft wurde. Ausschlaggebend ist der sogenannte Zeitwert des alten Fahrzeuges, also Anschaffungskosten minus bisherige Abschreibung. Hat etwa das ruinierte Fahrzeug bei der Anschaffung 14.500 Euro gekostet und war fünf Jahre alt, können 5.437,80 Euro (=Zeitwert) abgesetzt werden. Dabei wird eine jährliche Abschreibung von 1.812,50 Euro (aus Basis einer achtjährigen Abschreibung) unterstellt.
Achtung: für das neu erstandene Fahrzeug braucht man eine Rechnung. Für Luxuswagen (über 34.000 Euro) gibt es Einschränkungen.

Mopeds und Fahrräder: Hier können die gesamten Kosten steuermindernd abgesetzt werden.

Motorräder: Sie sind nur dann absetzbar, wenn es das einzige Fahrzeug ist, das der Besitzer nutzt.

Nicht absetzbar:
* Pkw, die nur in der Freizeit genutzt werden. Auf keinen Fall dürfen zwei Autos eines Besitzers abgesetzt werden.

* Rennräder und alle Fahrräder, die als Sportgerät gelten.

* Wer neben seinem Pkw ein Motorrad besitzt und beides durch das Hochwasser verloren hat, kann das Motorrad nicht abschreiben.

* Wohnwagen- und Wohnmobile
Wenn man einen Kredit aufgenommen hat, um ein Ersatzfahrzeug zu kaufen, können auch die Kreditraten samt Zinsen als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Achtung: Steuerfreie Subventionen oder Spenden, die man zur Beseitigung des Hochwasserschadens am Fahrzeug erhalten hat, kürzen die abzugsfähigen Kosten. Ebenfalls mindert der Erlös für den Verkauf des Fahrzeugwracks die Kosten, die von der Steuer abgesetzt werden können.

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