Gesundheit in Klein- und Mittelbetrieben - bitte warten?

Vom Fonds Gesundes Österreich geförderte Studie in Kärntens KMU zeigt Nachholbedarf bei Gesundheit der MitarbeiterInnen

Wien (OTS) - 20 % des Führungspersonals leiden unter Beschwerden und psychosozialen Belastungen.

Nur elf Prozent der Klein- und Mittelunternehmen (KMU) setzen auf Betriebliche Gesundheitsförderung, um gesundheitliche und psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz zu reduzieren. Dies ergibt die eben fertig gestellte Studie der Firma logo consult Unternehmensberatung GmbH über den Stellenwert von Gesundheitsförderung in Kärntner KMU.

Gesundheit und psycho-soziales Wohlbefinden sind elementare Voraussetzungen für die Motivation, Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der MitarbeiterInnen und damit für den wirtschaftlichen Erfolg jedes Unternehmens. "Obwohl psychosoziale Belastungen wie Stress, Angst, Burnout nicht zuletzt durch die schlechte Wirtschaftslage spürbar zugenommen haben, stehen nach wie vor betriebswirtschaftliche Kriterien und Sichtweisen im Vordergrund", bezeugt Studienautor Dr. Helmut Graf den KMU mangelndes Problembewusstsein. Mit seiner Untersuchung füllt Unternehmensberater und Arbeitspsychologe Graf eine Lücke, da es in Kärnten bisher weder auf dem Gebiet der Organisations- und Personalentwicklung noch der Betrieblichen Gesundheitsförderung in KMU gesichertes Datenmaterial gab.

Psychosoziale Belastungen erhöhen Stress und verringern Motivation

Über 1.000 Führungspersonen von Klein- und Mittelunternehmen (KMU) in Kärnten erhielten einen Fragebogen mit über 300 Einzelfragen zum Themenbereich "Betriebliche Gesundheitsförderung". Knapp 15 Prozent (175) der befragten Unternehmen haben sich an der Studie aktiv beteiligt. Die Ergebnisse sind alarmierend: "Nur elf Prozent der KMU setzen Maßnahmen im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Etwa 20 Prozent der befragten Führungspersonen haben (sehr) kritische Werte bei Beschwerden und psycho-sozialen Belastungen, sodass die Qualität der Arbeit bereits darunter leidet", so die Studienautoren Dr. Helmut Graf und Mag. Vincent Grote.

"Politik, Sozialpartnerschaft, Interessenvertretungen und Institutionen, die sich per Eigendefinition für diesen Themenbereich zuständig fühlen, müssen für KMU eine Plattform bilden, die regelmäßig, zielorientiert und interdisziplinär zusammenarbeitet. Lebensdienliche und nicht interessenpolitische Grundsätze müssen dabei die Leitlinien darstellen", zieht Dr. Graf eine erste Schlussfolgerung aus der Studie.

Die Studie förderten der Fonds Gesundes Österreich, die Fachgruppe Unternehmensberatung und Informationstechnologie der Kärntner Wirtschaftskammer, der Kärntner Landesverband für Psychotherapie und die Bank Austria Creditanstalt. Eine Zusammenfassung ist auf der Homepage des Unternehmens www.logoconsult.at erhältlich, die Gesamtstudie soll ab Februar 2003 auf der Homepage des Fonds Gesundes Österreich http://www.fgoe.org abgerufen werden können. Studienautor MMag. Dr. Helmut Graf ist unter der Telefonnummer 042 74 - 51 487 und E-Mail: logoconsult@aon.at erreichbar.

Fonds Gesundes Österreich forciert Betriebliche Gesundheitsförderung in KMU

"Die Ergebnisse der Kärntner Studie geben nicht nur Aufschluss über die Situation der Kärntner Betriebe, sondern werfen ein bezeichnendes Licht auf die Situation vieler kleiner und mittlerer Unternehmen in ganz Österreich", kommentiert Dr. Klaus Ropin, Experte für Betriebliche Gesundheitsförderung des Fonds Gesundes Österreich. Um hier gegenzusteuern, startete der Fonds Gesundes Österreich vor kurzem zwei Modellprojekte - eines in der Old Economy und eines in der New Economy - sowie eine wissenschaftliche Studie, die sich mit der Problematik befassen. "Ziel ist es, modellhaft Lösungswege zu entwickeln und zu erproben, die zur Nachahmung anregen", erwartet Dr. Ropin von den mehrjährigen Modellprojekten Impulse für die Gesundheitsförderung in Österreichs Klein- und Mittelunternehmen.

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Fonds Gesundes Österreich
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E-Mail: alexandra.grasl@fgoe.org

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