"Kleine Zeitung" Kommentar: "Zurück zum Start" (Von Hans Winkler)

Ausgabe vom 23.01.2003

Graz (OTS) - Die Euphorie über die bevorstehende Neuauflage der großen Koalition, durch die das Land angeblich alle seine Probleme lösen werde, weil eine solche Regierung eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament hätte, ist schnell verflogen. Mancher hatte da seine Wünsche mit der Wirklichkeit verwechselt.

Seit gestern ist wieder alles offen. Wolfgang Schüssel hat Alfred Gusenbauer faktisch den Sessel vor die Tür gestellt.

Ganz so dürfte es sich der Kanzler, der sich in der Rolle eines Schiedsrichters fühlt, nicht vorgestellt haben. Er hatte wohl gehofft, der Konflikt in der SPÖ werde schon während der Sondierungen ausbrechen und Gusenbauer werde ihm mitteilen müssen, er verzichte auf eine Regierungsbeteiligung.

Diesen Gefallen tat die SPÖ ihm nicht. Sie wollte nicht das Szenario vom Jänner 2000 wiederholen, als sie ein fertiges Regierungsabkommen platzen ließ und Schüssel damit die Absprungbasis zur schwarz-blauen Wende lieferte.

Viel Zeit hat Schüssel aber nicht mehr. Das Verständnis des Publikums für diese Art des Zeitschindens schwindet. Und bei den verbliebenen beiden potenziellen Partnern wirken die Vorgänge auch nicht gerade vertrauensbildend.****

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