Kabas(2): Mobilfunk: Seibersdorf-Gutachten untermauert freiheitliche Forderung nach Grenzwertesenkung

Gemessene Leistungsflussdichten geringer als erwartet

Wien, 22.02.03 (fpd) – Vorgabe für die Fachleute vom ARC Seibersdorf war die vom Stadtratsbüro Faymann kolportierte Sendeleistungsbeschränkung auf 10 mW pro m2 bei Mobilfunk-Sendeanlagen auf städtischen Wohnhausanlagen. Die Wiener Freiheitlichen wollten durch das Gutachten feststellen, ob dieser Wert auch tatsächlich eingehalten wird, erklärte der Obmann der Wiener Freiheitlichen Mag. Hilmar Kabas im weiteren Verlauf des heutigen Pressegespräches mit Stadtrat a.D. Walter Prinz.

Die im zweiten Halbjahr 2003 durchgeführten Messungen in drei nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Gemeindewohnungen in den dichtbesiedelten Bereichen Kagrans und Hirschstettens im 22. Bezirk berücksichtigten selbstverständlich auch die Spitzenzeiten der Mobilfunkbetriebs. Die in Wohnräumen der großen Gemeindebauten in der Saikogasse bzw. Quadenstraße festgestellten Werte erschüttern die Argumentation der Mobilfunknetzbetreiber, wonach bei einer durchschnittlichen Leistungsflussdichte von 10 mW pro m2 oder darunter die Aufrechterhaltung des Netzbetriebes unmöglich sei.

Selbst der laut Faymann-Ressort bei Gemeindebauten verfügte Wert von 10 mW/m2 wurde nicht annähernd erreicht. Die an den Messpunkten im Mobilfunk-Frequenzbereich (930 MHz bis 960 MHz bzw. 1805 bis 1880 MHz) gemessene größte Leistungsflussdichte einer Einzelfrequenz lag beim Fallbeispiel Saikogasse bei 0,1205 mW pro m2, was 0.001205% des in der ÖNORM S1120 für die Normalbevölkerung angegebenen Grenzwertes entspricht. Dieser liegt bei einer Frequenz von 950 MHz bei 6.300 mW pro m2. Die an diesem Standpunkt größte gemessene, über den Frequenzbereich von 100 kHz bis 3 GHz summierte mittlere Leistungsflussdichte lag bei 0,164% des ÖNORM-Wertes.

Die Ergebnisse an den anderen Standorten ergaben Werte in ähnlicher Höhe, die deutlich unter der ÖNORM bzw. dem für die Wiener Gemeindebauten kolportierten Grenzwert lagen. Während der über mehrere Stunden laufenden Messzeit waren alle Sendeanlagen voll in Betrieb. Es gab keinerlei Störungen beim Telefonbetrieb. Im Fall des Messpunktes in der Quadenstraße beispielsweise betrugen die Leistungsflussdichten, nach Netzbetreibern aufgegliedert, bei A 1 0,0000503 Prozent, bei T-Mobile 0,0013642 Prozent, bei Telering 0,0003510 Prozent und bei One 0,0065357 Prozent des ÖNORM-Wertes.

Die höchste summierte Leistungsflussdichte der Untersuchungsreihe im Mobilfunk-Frequenzbereich betrug 3,2 mW pro m2(Quadenstraße). Zu ähnlichen Ergebnissen führten Messungen im vergangenen Jahr in Salzburg und in Linz, wobei der Höchstwert bei 3,4 mW pro m2 lag. Diese Werte sprechen eine deutliche Sprache. Die Grenzwertsenkung auf eine Leistungsflussdichte von 5 mW pro m2 sei im Sinne der Gesundheitsvorsorge durchaus machbar, ohne die Leistungsfähigkeit der Mobilfunknetze zu beeinträchtigen. Kabas und Prinz drängen daher auf baldige Gespräche der Stadt Wien mit den Netzbetreibern, um einen für alle Beteiligten gangbaren Weg in dieser Sache zu finden. (Schluß)am

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