Flugticketgebühr: Konsumenten zahlen drauf!

Rechenbeispiele der AKNÖ-Experten zeigen, dass Tickets für den Konsumenten teurer werden.

Wien (AKNÖ) – Die Konsumentenschützer der Niederösterreichischen Arbeiterkammer (AKNÖ) sind entschieden gegen die geplante Flugticketgebühr der Reisebüros und der Austrian Airlines (AUA). Thomas Grünberger, AKNÖ-Experte in Reiseangelegenheiten bringt auf den Punkt, was diese neue Gebühr für den Konsumenten bedeutet:" Das ist keine Lösung, die für den Kunden geschaffen wurde. In Wahrheit ist es so, dass Reisebüros und Fluglinien versuchen, sich mit dieser neuen Gebühr am Konsumenten schadlos zu halten." Dass diese Annahme nicht ganz unbegründet ist, zeigt die Aussage von Josef Reitinger-Laska vom Verein für Touristik, die er gegenüber einer Tageszeitung tätigte: "Man darf nicht immer die Leidensfähigkeit der Konsumenten in den Vordergrund stellen. Hier geht es ums Überleben der Reisebüros."

Die Konsumentenschützer bekritteln weiters, dass den Kunden vorgegaukelt wird, dass es für sie zu keiner Preiserhöhung kommen werde. Von den AKNÖ-Konsumentenschützern durchgeführte Berechnungsbeispiele zeigen, dass das nicht stimmt. Die vorgebliche Provisionskürzung bedeutet für den Kunden bei einem Ticketpreis von 200 Euro eine Verteuerung von 10 bzw. 14 Euro.

Berechnungsbeispiele Wie kommen die AK-Experten auf diese Differenz? Als Berechnungsgrundlage diente einerseits die bis vor ca. 2 Jahren gültige Provisionshöhe von 9 Prozent und andererseits die bis jetzt angewandten 7 Prozent, wobei hierbei auf eine Bearbeitungsgebühr in vielen Fällen verzichtet wurde. Schließlich wurde die neue Provisionshöhe von 5 Prozent plus einer voraussichtlichen Bearbeitungsgebühr von 18 Euro und mehr herangezogen.

Flugticket: 300 Euro
Provision von 9 %: 27 Euro
Provision von 7 %: 21 Euro
Neue Ticketgebühr: 33 Euro

Flugticket: 400 Euro
Provision von 9 %: 36 Euro
Provision von 7 %: 28 Euro
Neue Ticketgebühr: 38 Euro

Erst ab einem Ticketwert von 450 Euro kommt es, so die Berechnungen, zu keiner Preiserhöhung. Da nicht von einer Verteuerung zu sprechen, bedeutet für Grünberger eine Täuschung des Konsumenten. Denn schließlich spüren die Konsumenten in ihrem Geldbörsel jeden Euro, der fehlt.

Gebühren-Wirrwarr befürchtet Die Konsumentenschützer befürchten einen Einstieg in ein Gebühren-Wirrwarr, das nicht bei den Flugtickets halt machen wird, sondern in Zukunft Charter- und Pauschalreisende ebenso betreffen wird. Dem Konsumenten wird zwar über Werbung vermittelt, dass alles billiger wird. Die Wahrheit sieht anders aus: Leistungen, die bisher inklusive waren, werden nun ausgegliedert und in Form von immer kreativeren Gebühren dem Kunden verrechnet. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang nur die Flughafengebühr, die Beratungsgebühr und jetzt auch noch die Ticketgebühr. Auch die Empfehlung, mehrere Reisebüros abzuklappern, um sich so ein paar Euros zu ersparen, ist so die AKNÖ-Profis keine Lösung. Das ist zwar grundsätzlich möglich, bedeutet für den Konsumenten aber ebenso einen erheblichen Mehraufwand wie auch für die Reisebüroangestellten.

Stornogebühren -Konsumenten grob benachteiligt Abschließend kritisieren die AK-Experten die nachteilige Regelung für Konsumenten bei den Stornogebühren. In der Praxis ist es üblich, dass Fluglinien aus wirtschaftlichen Gründen ihre Flüge bis zu einem gewissen Prozentsatz überbuchen. Der Konsument aber muss in vielen Fällen, wenn er den Flug storniert und das Ticket schon ausgestellt wurde, den vollen Ticketpreis zahlen. Das ist nach Ansicht der AKNÖ eine grobe Benachteiligung für den Verbraucher.

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