OeNB - Die österreichische Zahlungsbilanz in den Monaten Jänner bis November 2002

Leistungsbilanzdefizit deutlich niedriger (auf Basis von Zahlungsströmen; "Cash-Basis")

Wien (OTS) - Das Defizit der österreichischen Leistungsbilanz
auf Basis von Zahlungsströmen verringerte sich im Zeitraum
Jänner bis November 2002 gegenüber den ersten elf Monaten 2001
um 4,60 Mrd. Euro auf -0,31 Mrd. Euro. Damit zeigen auch die aktuellsten Ergebnisse die schon in den kürzlich
veröffentlichten Zahlen für die ersten drei Quartale 2002 feststellbare Saldenverbesserung der Leistungsbilanz.

Die Bilanz der Waren- und Dienstleistungszahlungen wies für
den Berichtszeitraum einen Überschuss in Höhe von 2,60 Mrd. Euro gegenüber einem Defizit von 1,87 Mrd. Euro im gleichen Zeitraum 2001 auf. Die Erlöse aus Warenexporten konnten im Vorjahresvergleich um 4 % gesteigert werden, während sich die Importzahlungen um 1 % reduzierten. Saldenverbesserungen wurden
auch in den Bereichen Transportleistungen,
Finanzdienstleistungen sowie Kommunikationsdienstleistungen verzeichnet. Der Reiseverkehr als bedeutendste Komponente der Dienstleistungen wies mit 1,61 Mrd. Euro einen höheren Saldo aus als im Vergleichszeitraum 2001. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Zuwachsrate der Reiseverkehrsausgaben
(+5 % auf 9,66 Mrd. Euro) durch eine statistische Erfassungsänderung tendenziell überzeichnet ist und erst das Jahresergebnis wieder geeignete Vergleichswerte liefern kann.
Die Zunahme der Reiseverkehrseinnahmen um 5 % auf
11,27 Mrd. Euro entspricht den tatsächlichen Gegebenheiten.

Der negative Saldo der Einkommensbilanz verbesserte sich auf -1,03 Mrd. Euro (Jänner bis November 2001: -1,54 Mrd. Euro). Einkommen aus Portfolioinvestitionen sowie aus
Direktinvestitionen wiesen etwas höhere negative Salden auf als
im Vergleichszeitraum, während der Bereich der Sonstigen Investitionen einen deutlich höheren Überschuss verzeichnete.

Die Bilanz der Laufenden Transfers wies mit -1,89 Mrd. Euro
ein höheres Defizit aus als in der Vergleichsperiode
(-1,51 Mrd. Euro). Einen nahezu unveränderten Saldo zeigte die Teilbilanz der Vermögensübertragungen mit -0,37 Mrd. Euro.

Die Kapitalbilanz ergab im Berichtszeitraum
Nettokapitalabflüsse in den Bereichen Direktinvestitionen sowie Portfolioinvestitionen und Nettokapitalzuflüsse aus Sonstigen Investitionen.

Österreichische Direktinvestitionen im Ausland erreichten mit 4,87 Mrd. Euro ein mehr als doppelt so hohes Niveau wie im Vergleichszeitraum des Jahres 2001. Ausländische Anleger investierten hingegen deutlich weniger als in den ersten elf
Monaten des Jahres davor: Der Kapitalimport des
Vergleichszeitraumes (2,26 Mrd. Euro) drehte sogar in einen
geringen Kapitalexport (88 Mio. Euro).

Österreichische Investoren veranlagten mit 23,84 Mrd. Euro um 5,11 Mrd. Euro mehr in ausländische Wertpapiere als im entsprechenden Zeitraum 2001. Auch das ausländische Investitionsvolumen in österreichische Titel steigerte sich deutlich um 1,78 Mrd. Euro auf 21,28 Mrd. Euro. Festverzinsliche Wertpapiere dominierten sowohl die aktiv- als auch die passivseitigen Veranlagungen.

Kapitalimporte aus Sonstigen Investitionen beliefen sich in
den ersten elf Monaten 2002 auf 4,61 Mrd. Euro, was überwiegend
auf den kurzfristigen Kapitalverkehr des Bankensystems zurückzuführen ist.

Die offiziellen Währungsreserven verzeichneten eine transaktionsbedingte Abnahme in Höhe von 1,68 Mrd. Euro.

Leistungsbilanz ............ -0,31 0,94 -4,91 -0,31

1) Zunahme: -; Abnahme:+.
Rundungen können Rechnungsdifferenzen ergeben

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