Caritas: Engagement für Menschen auf der Straße

Lokalaugenschein von Sozialminister Haupt in der "Gruft"

Wien,21.1.2003 (OTS) Die Caritas hält entscheidende Knotenpunkte im sozialen Netz für obdachlose und wohnungslose Menschen in Wien. "Ob Notquartier, warmes Essen, medizinische Versorgung oder soziale Betreuung – wir sind bei den Menschen", so Werner Binnenstein-Bachstein von der Wiener Caritas im Gespräch mit Sozialminister Herbert Haupt bei einem "Lokalaugenschein" in der "Gruft" am 21.Jänner. Die 24 Stundeneinrichtung der Caritas in Mariahilf hat etwa 68.620 warme Mahlzeiten im Jahr 2002 ausgegeben. Um 9895 mehr als 2001. "In der ‚Gruft’ haben in den vergangenen Nächten jeweils bis zu 100 Frauen und Männer einen warmen Platz zum Schlafen gefunden. In der Jahresstatistik für 2002 werden fast 30.000 Übernachtungen (genau 29.141) ausgewiesen", berichtete Martina Pint, die Leiterin der "Gruft" dem Sozialminister.
Insgesamt beherbergt die Caritas Wien täglich rund 500 wohnungslose Menschen. Neben der "Gruft" führt sie sechs Häuser für wohnungslose Menschen und ist auch Träger des Bahnhofsozialdienstes, der im Auftrag der Gemeinde alle 3.800 Schlafplätze koordiniert. Die Caritas ist mit Abstand der größte private Träger in diesem sozialen Feld.
"Wesentlich ist uns das gestufte Angebot und hier gibt es eine gute Kooperation mit der Gemeinde Wien", so Werner Binnenstein-Bachstein, der den Bereich "Soziale Arbeit" der Caritas der Erzdiözese Wien leitet. Vom Notquartier zum Wohnheim bis zum betreuten Wohnen in einer Startwohnung reicht das Angebot, ergänzt durch Sozialberatung und Familienzentren. " Ziel ist es, dass die Menschen wieder auf die eigenen Füße gelangen, im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe. Und sehr oft gelingt das auch!" so Binnenstein-Bachstein.

Suppe, Verband, Gespräch und Arbeit

Wesentlich sind aber auch weitere ergänzende Caritas Angebote
So sind die beiden Essensbusse "Canisibus" und "Francescobus" jeden Abend unterwegs und geben derzeit rund 200 Portionen Suppe täglich aus.

Medizinische Grundversorgung bringt der sozialmedizinische Bus "Louise" . 2002 wurden 6650 Behandlungen an rund 2300 Menschen durchgeführt. 50 Prozent der Behandelten sind älter als 40 Jahre. Die Hälfte der Behandelten sind Frauen, der Bus ist an fünf Tagen in der Woche unterwegs und fährt regelmäßig sieben verschiedene Standorte an. Im Nachtstreetwork gehen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der Gruft dreimal in der Woche zu den Orten, an denen obdachlose Menschen Zuflucht vor der Kälte suchen. "Auf diese Weise wird auch mit Betroffenen, die die ‚Gruft’ oder andere Betreuungsstellen nicht aufsuchen, Kontakt aufgenommen, medizinische Erstversorgung bei akuten Verletzungen durchgeführt und vor Ort der Versuch unternommen, zu helfen," so der Caritasverantwortliche. "Durch den regelmäßigen und kontinuierlichen Kontakt gewinnen die Menschen Vertrauen zu den SozialarbeiterInnen. Dadurch können die Betroffenen mit Unterstützung der SozialarbeiterInnen im Laufe der Zeit Schritte zur Veränderung ihrer Situation setzen", weiß Martina Pint.

Nicht zu vergessen sind aber die Projekte für Langzeitarbeitlose Menschen. Fast 200 Menschen, die oft auch bereits auf der Straße gelebt haben, werden von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern ein Jahr lang begleitet um wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können.
"Uns geht es darum, dass niemand unversorgt bleibt und auf der Straße stehen muss, weder obdachlos, noch in menschlichen Krisensituationen", so Binnenstein-Bachstein. So ist zB. eine weiteres Haus speziell für ältere obdachlose Menschen in Bau.

Bitte um Hilfe

"Gerade in diesen kalten Tagen wird aber deutlich: Wir brauchen Unterstützung!" so Binnenstein-Bachstein. "Ob waschbare Herren Winterbekleidung, Schuhe – alles bitte aber in einem verwendbaren Zustand - Hyghieneartikel oder auch Geldspenden, alles hilft uns, jenen die in einer krisenhaften Lebensituation sind, die Unterstützung zu geben, die sie brauchen!" – Die SozialarbeiterInnen der Gruft beim Nachtstreetwork oder die Mitarbeiter der Essensbusse geben auch Schlafsäcke und Decken an obdachlose Menschen ab. Der Ankauf wird aus Spenden finanziert.
PSK 7.700.004, Kennwort: Obdachlosenhilfe.
Sachspenden werden in den carlas, den CARitas LAgern, die die Spendendrehscheibe der Caritas sind, gerne angenommen.

carla mittersteig
1050 Wien
Mittersteig 10
Tel. 01 / 505 96 37
Öffnungszeiten:
Mo 9.00-20.00 Uhr, Di-Fr 9.00-18.00 Uhr, Sa 9.00-13.00 Uhr

carla nord
1210 Wien
Steinheilgasse 3
Tel. 01/259 99 69
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 9.00-18.00 Uhr, Sa 9.00-13.00 Uhr

carla Servicecenter
(Möbelabholungen, Räumungen)
1210 Wien
Steinheilgasse 3
Tel. 01/256 98 98
Öffnungszeiten:
Mo-Do 10.00-16.00, Fr 10.00-13.00

Niederösterreich

carla süd
(keine Möbel)
2700 Wr. Neustadt
Wienerstr. 62
Tel. 02622/271 18-15
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10.00-18.00 Uhr, Sa 9.00-13.00 Uhr

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Peter Wesely
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