"Nicht Wien, sondern ÖBB-Eigentümer Bund für katastrophale Situation bei S-Bahnverkehr verantwortlich"

Wien (SPW-K) - SPÖ-Schieder weist Anschuldigungen von VP-Gerstl gegen Wiener Verkehrsstadtrat zurück - Auch Zuschusskürzungen seitens der FPÖVP-Regierung verantwortlich für ÖBB-Probleme

"Die Äußerungen von ÖVP-Gerstl schlagen dem Fass
den Boden aus: Die ÖBB und ihr Eigentümer Bund sind nicht in der Lage für einen geordneten S-Bahnverkehr in der Ostregion zu sorgen, und schuld daran soll die Stadt Wien, speziell Verkehrsstadtrat Schicker, der für die Verhandlungen über einen Nahverkehrsdienstleistevertrag zwischen der Stadt und der ÖBB gar nicht zuständig ist, sein. So eine unsinnige Schuldzuweisung kann auch nur dem Verkehrssprecher der Wiener ÖVP einfallen", stellte Dienstag SPÖ-Gemeinderat Andreas Schieder in einer Replik im Pressedienst der SPÖ Wien zu den Äußerungen Gerstls fest. ****

"Nicht die Stadt Wien, geschweige denn Stadtrat Schicker, ist schuld daran, dass die Serviceintervalle auch bei den Garnituren der Baureihe 4020 zwangsweise verlängert und diese Züge dadurch schadanfälliger wurden und keine Ersatzteile auf Lager liegen. Nicht die Stadt Wien ist schuld daran, dass ein Großteil der alten S-Bahnbaureihe 4030 zu schnell abgestellt und nun mühevoll wieder in Betrieb genommen werden muss, wie sie ebenso nicht schuld daran ist, dass die Betriebszuschüsse für die ÖBB seitens des Bundes ständig gekürzt, die Eisenbahn unter der FPÖVP-Regierung stiefmütterlich behandelt wird, damit akute Geldnot bei den ÖBB besteht und die Eisenbahner ständig verunsichert werden, führte Schieder weiter aus.

Schieder machte für Probleme im S-Bahnverkehr zudem auch die verfehlte Einkaufspolitik des ÖBB-Managements verantwortlich. So seien die vor kurzer Zeit neubestellten 51 Nahverkehrstriebwagen "Talent" wegen ihrer vergleichsweisen schlechten Lastenwerte für den Wiener S-Bahnverkehr ungeeignet. Obwohl leistungsfähigere Fahrzeuge am Markt seien, hätten die ÖBB nicht auf diese zurückgegriffen, sondern auf der Beschaffung des "Talent" bestanden, der sogar geringere Beschleunigungswerte als die 25 Jahre alten Garnituren der Baureihe 4020 aufweise. Das Ergebnis sei, dass diese Garnituren nun nicht in Wien, sondern künftig in anderen Bundesländern eingesetzt werden würden.

Für neue S-Bahngarnituren, so Schieder, hätten die ÖBB und der Bund angeblich kein Geld, während für die aus betrieblicher Sicht nicht notwendige Fortsetzungsbestellung der Diesellokbaureihe 2016 um gleich 30 Stück offensichtlich genug Mittel vorhanden seien und mit Dieselloks bespannte Züge bis zu 90 Prozent ihrer Fahrleistung auf elektrifizierten Strecken absolvierten. Schieder: "Für einen geordneten, zeitgemäßen S-Bahnverkehr in der Ostregion mit modernem Reisekomfort ist die Neuanschaffung von mindestens 100 Garnituren notwendig. Der weitaus größere Teil des von S-Bahn-Garnituren bedienten Streckennetzes befindet sich nicht in Wien, umso unverständlicher ist daher die Forderung Gerstls, dass die Stadt gefälligst kräftig dafür bezahlen soll, obwohl Wien - im Gegensatz zu anderen Bundesländern - über ein dichtes eigenes öffentlichen Verkehrsnetz verfügt und jährlich 500 Millionen Euro in den Betrieb und den weiteren Ausbau steckt. Von einer solchen Summe sind die anderen Bundesländern, auch und vor allem Niederösterreich, das ungefähr die gleiche Einwohnerzahl aufweist, weit entfernt. Die Bundeshauptstadt leistet also bereits einen überproportionalen Anteil am öffentlichen Nahverkehr", betonte Schieder.

VP-Gerstl wäre daher gut beraten, bei seinen Parteifreunden in der Regierung vorstellig zu werden und endlich für eine ausreichende finanzielle Dotierung für die Beschaffung neuer S-Bahngarnituren zu sorgen, statt seine Energie dafür zu verwenden, Wien ungerechtfertigterweise an den Pranger zu stellen, schloss Schieder. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ Klub Rathaus, Presse
Franz Schäfer
Tel.: (01) 4000-81923
Fax: (01) 4000-99-81923
franz.schaefer@spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS10003