Weltsozialforum: 100.000 für menschliche, friedliche Welt Utl. Österreichische Gewerkschaften in Brasilien vertreten

Wien (GPA/GdC/GdE/GMT/ÖGB) Von 23. bis 28. Jänner werden im brasilianischen Porto Alegre über hunderttausend Menschen beim 3. Weltsozialforum erwartet. Rund 30 GewerkschafterInnen und BetriebsrätInnen aus Österreich sind unter den Delegierten.++++

Einerseits Kinderarbeit, verfolgte, inhaftierte und sogar ermordete GewerkschafterInnen, tödliche Arbeitsbedingungen, so genannte "freie Produktionszonen", die Gefängnissen gleichen, und andererseits die Konten einiger weniger Menschen, die stetig wachsen - das sind nicht die Vorstellungen, die die Gewerkschaften von einer zusammenwachsenden Welt haben. Die Gewerkschaften sind daher Teil der wachsenden weltweiten Bewegung, die nicht länger hinnimmt, dass die mächtigen Konzerne die Welt untereinander aufteilen und die Lebens-und Arbeitsbedingungen der Menschen dabei auf der Strecke bleiben. Die Gewerkschaften sind nicht Gegnerinnen der Globalisierung oder des weltweiten Handels, aber diese müssen sozialen und ökologischen Regeln folgen. "Wenn irgendwo auf der Welt Kinder arbeiten müssen oder Frauen und Männer unter unmenschlichen Bedingungen in Produktionszonen festgehalten werden, und das alles wegen der Profite, dann geht das auch uns in Österreich etwas an", sagt Wilhelm Haberzettl, Vorsitzender der Gewerkschaft der Eisenbahner und Präsident der Europäischen Transportarbeiter-Föderation. "Denn das wirkt sich direkt auf die Löhne und Arbeitsplätze in Österreich aus. Unsere Gegner sind nicht diese ausgebeuteten Kinder, Frauen und Männer, sondern die Unternehmen, die mit ihnen Profite machen. Deshalb ist es wichtig und nötig, dass auch GewerkschafterInnen aus Österreich das Weltsozialforum mitgestalten und an einer anderen, menschlicheren Welt mitbauen."

Das Weltsozialforum, das heuer zum dritten Mal stattfindet, war ursprünglich als Kontrapunkt zum Weltwirtschaftsforum, dem jährlichen Treffen der Konzernherren, entstanden. Inzwischen ist daraus ein ständiger Prozess des Aufbauens von Alternativen geworden. Im Jahr 2002 hat es in Europa, Amerika, Asien, Afrika, Ozeanien und in der Mittelmeerregion Sozialforen gegeben.

Die Themen des Weltsozialforums 2003 sind: Demokratische und nachhaltige Entwicklung; Prinzipien und Werte, Menschenrechte, Vielfalt und Gleichheit; Medien, Kultur und Gegenmacht; Politische Macht, Zivilgesellschaft und Demokratie; Demokratische Weltordnung, Kampf gegen Militarisierung und Friedensförderung. Ein weiteres wichtiges Thema in Brasilien wird der mögliche Krieg der USA gegen den Irak sein.

ÖGB, 21. Jänner 2003
Nr. 029

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