Wr. Grüne/Pilz: "Anonyme Geburt erreicht offensichtlich nicht alle Frauen, die in Not sind!"

Wiener Grüne mahnen mehr politische Diskussion zur anonymen Geburt ein.

Wien (Grüne) - Die Gesundheitssprecherin der Wiener Grünen GR Dr. Sigrid PILZ drückte ihre Betroffenheit über den jüngsten Fall eines zu Tode gekommenen Neugeborenen aus. PILZ: "Die Mutter hat offensichtlich keinen Weg gefunden, ihr Baby in einem der 21 Spitäler Niederösterreichs, die die anonyme Geburt anbieten, zur Welt zu bringen."

Dieses schlimme Ereignis bestätigt Befürchtungen, die Fachleute seit längerer Zeit rund um die anonyme Geburt äußern: manche Schwangere befinden sich in einer extremen Ausnahmesituation, werden von der Niederkunft überrascht und sind dadurch nicht in der Lage, rational zu handeln. Das Angebot anonym zu gebären, erreicht sie daher nicht.

GR PILZ hat mit ihrem ‚Kommentar der Anderen' im Der Standard (27/12/02) "Jesus Christus Anonymus" jüngst eine rege Debatte zum Thema entfacht. PILZ: "Die Gesundheitspolitik sollte Beratung bei Schwangerschaftskonflikten groß und mehrsprachig anbieten, statt lediglich für anonyme Geburt zu werben! Frauen in höchster Not sollen ermutigt werden, Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn in den meisten Fällen sind ihre Probleme nicht aus der Welt geschafft, wenn das Kind anonym geboren ist." Es wäre eine fatale Entwicklung, wenn die anonyme Geburt die gefährdeten und verzweifelten Frauen in Not nicht erreicht und statt dessen aber eine neue, unerwünschte Zielgruppe unter denjenigen Frauen schafft, die auch zu einer geregelten Adoption bereit wären," konstatiert die Grüne Gesundheitssprecherin und plädiert für mehr Diskussion statt vorschneller Lösungen.

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