Bilanz der Möbelindustrie Österreichs: Inlandsmarkt fängt Export-Absturz auf

Gesamtproduktion im Jahr 2002 um 1,8 % auf 891,9 Mio. Euro gesteigert - weiterer Anstieg für 2003 erwartet

Wien (PWK032) - Anlässlich der Internationalen Möbelmesse 2003 fand auch dieses Jahr das traditionelle Pressefrühstück der österreichischen Möbelindustrie statt. Erwin Berghammer, Sprecher der österreichischen Möbelindustrie, legte dabei folgende Bilanz vor:

Das "All-Time-High" im Export, über das sich im Jahr 2001 die österreichische Möbelindustrie (ohne Büromöbel, Drehstühle und Ladenbau) freuen durfte, wird wohl nicht länger Bestand haben. Laut einer Hochrechnung, basierend auf den ersten neun Monaten, drehte 2002 das rot-weiß-rote Auslandsgeschäft von einem satten Plus (+ 5,3 %) in ein ernüchterndes Minus (- 5,7 %). Jedoch - nicht alle Bereiche schnitten negativ ab. Das wiederum bestätigt die Prognose jener Fachleute, die für das neue Jahr einen Schimmer am Ende des Tunnels voraussagen. Diese Einschätzung wird auch in einer, kürzlich von der österreichischen Möbelindustrie bei der Unternehmensberatung Roland Berger in Auftrag gegebene Studie über die Exportpotentiale heimischer Möbelproduzenten unterstrichen. Gleichzeitig wird darin die Aussicht auf einen Konjunktur-Aufschwung für 2003 wieder optimistischer beurteilt.

In Österreich selbst schrumpfte im vergangenen Jahr der Möbelmarkt mit minus 2,5 %. Während sich im Jahr 2002 der Umsatz bei Küchen- und Badezimmermöbeln um + 0,1 % leicht verbessert hat, stellte sich bei Sitzmöbeln (- 1 %) und Wohnmöbeln (- 4,3 %) ein deutlicher Rückgang ein. Bei der Inlandsproduktion zeichnete sich indes eine sehr erfreuliche Entwicklung ab. Der Anteil der österreichischen Produktionen am heimischen Möbelmarkt ohne Objektmöbel belief sich vergangenes Jahr auf voraussichtlich 53,1 %. Gegenüber 2001 ist dies ein Anstieg um 5,3 %-Punkte. Ausschlaggebend dafür war der gleichmäßig ansteigende Anteil bei Sitz- und Wohnmöbeln. In diesen Marktsegmenten kamen bei Sitzmöbeln 18 % (+ 4,5 %-Punkte) und bei Wohnmöbeln 62,7 % (+ 5,6 %-Punkte) aus heimischer Produktion. Bei Küchenmöbeln blieb der Anteil mit 68,1 % nahezu stabil. Die Entwicklung ist auf den positiven Trend in der Gesamtproduktion und der starken Präsenz im Inland zurückzuführen. Die Gesamtproduktion liegt voraussichtlich sogar um 1,8 % (Euro 891,9 Mio.) über dem Wert des Jahres 2001.

Rückgänge in der Exportentwicklung mussten 2002 in allen Segmenten verzeichnet werden: minus 7,6 Prozent bei Wohnmöbeln auf etwa 82,1 Mio. Euro, minus 5,2 Prozent bei Sitzmöbeln ( 117,4 Mio. Euro) und minus 3,9 Prozent bei Küchen- und Badezimmermöbeln (62,3 Mio. Euro). Der Exportwert wird daher voraussichtlich deutlich unter die Marke des Jahres 2001 auf etwa Euro 261,8 Mio. fallen. Noch deutlicher ausgefallen sein dürfte jedoch das Minus bei den Importen. 2002 ist die Möbel-Einfuhr nach Österreich um 10 % auf einen Wert von 556,4 Mio. Euro abgesackt. Am stärksten davon betroffen waren Wohnmöbel (-16,8 %). Da die Importe stärker rückläufig waren als die Exporte, entwickelte sich die Handelsbilanz positiv und reduziert sich im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 % auf einen Wert von minus 294,6 Mio. Euro.

Für 2003 erwartet Berghammer einen weiteren, wenn auch nur leichten Anstieg (+ 0,7 %) der Inlandsproduktion. Im Geschäft mit dem Ausland wird bei den Importen und Exporten mit einem erneuten Rückgang gerechnet, wenngleich in abgeschwächter Form. Bei gleich bleibender Gesamtproduktion wird der Möbel-Gesamtmarkt um etwa 1,2 % nachlassen. In die selbe Kerbe schlägt der Vorsitzende der österreichischen Möbelindustrie, Markus Wiesner, der mit Rückblick auf die Stimmung auf der Möbelmesse 2003 trotz der bekannten schwierigen wirtschaftlichen Situation von einer durchaus "hoffnungsvollen" Situation insbesondere bei hochwertigen Produkten sowie Produktinnovationen ausgeht. (us)

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