ÖAMTC: Frostschäden auf der Fahrbahn bergen wieder Gefahren für Lenker

Ständiges "Kalt-Warm" setzte Straßenoberfläche zu

Wien (ÖAMTC-Presse) - Mal frostig, mal frühlingshaft warm. Die raschen Temperaturwechsel zwischen extremen Minusgraden und Plusgraden haben auch den Straßen zugesetzt: Gefährliche Frostaufbrüche an der Oberfläche sind die Folge. "Holpert man mit dem Auto über eine löchrige Fahrbahn, können die Reifen davon Schaden nehmen", warnen die ÖAMTC-Experten, "auch Unfälle stehen tagtäglich auf dem Programm."

Gerade jetzt kommt es auf den richtigen Reifendruck an, um Dauerschäden an den Pneus vorzubeugen. "Wer den Luftdruck nicht der Beladung anpasst, zerstört schon im Normalbetrieb den Reifen, der dann leicht überhitzt und platzen kann", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, ist mit den neuen Run-Flat-Reifen bestens bedient. Schon am Armaturenbrett wird ein eventueller Luftverlust der Reifen angezeigt. Gibt es wirklich einen Patschen, kann man trotz Druckverlusts und ohne Reifenwechsel in die nächste Werkstatt weiterfahren.

"Bei Frostaufbrüchen treffen sowohl Straßenhalter, als auch Lenker besondere Verpflichtungen", macht auch ÖAMTC-Jurist Fritz Tippel aufmerksam. Bei einem Unfall infolge von Frostschäden, wird darüber entschieden, inwieweit diese Verpflichtungen eingehalten wurden. Danach richten sich Verschulden, Haftung bzw. die Frage, wie viel Schadenersatz der Lenker bekommt.

Utl.: Bemautete oder nicht bemautete Straße: So haftet der Straßenhalter

Die Straßenhalter - Bund, Land oder Gemeinde bzw. die von ihnen beauftragten Unternehmen - haften für den Zustand der Fahrbahn. Ist die Straße nicht bemautet, gibt es bei einem Unfall nur dann Schadenersatz, wenn dem Straßenhalter grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann. "Darunter versteht man eine auffallende Sorglosigkeit", erläutert Tippel, "die vorgeschriebene Sorgfalt wird derart verletzt, sodass der Eintritt des Schadens dadurch geradezu als wahrscheinlich anzusehen ist." Das ist dann der Fall, wenn dem Straßenhalter z.B. ein Loch in der Fahrbahn aufgrund bereits eingetretener Unfälle bekannt ist und etwas dagegen getan werden könnte, aber trotzdem nichts getan wird, also nicht einmal eine vorläufige Absicherung. So kommt es etwa zur gefährlichen Falle für Lenker einspuriger Fahrzeuge.

Auf bemauteten Straßen - also auch auf allen vignettenpflichtigen Autobahnen und Schnellstraßen - haftet der Straßenhalter auch bei leichter Fahrlässigkeit. Sprich, immer dann, wenn ihn an dem Mangel ein Verschulden trifft, weil zumutbare und mögliche Maßnahmen unterlassen wurden. "Das kann durchaus auch mangelnde Vorsorge sein", so der ÖAMTC-Verkehrsjurist. "Wenn schon im Sommer klar ist, dass der Fahrbahnbelag im kommenden Winter unweigerlich zerbröselt oder sich tiefe Löcher bilden, wird es kaum ausreichen, im Winter das schlechte Wetter zu beklagen und auf mangelnde Reparaturmöglichkeit zu verweisen." Im Fall des Falles muss der Straßenhalter beweisen, dass er alles getan hat, um die Gefahrenquelle zu beseitigen oder abzusichern.

Utl.: Die Fahrweise muss stimmen

Die Lenker sind verpflichtet, dem Zustand der Fahrbahn Rechnung zu tragen. Verkehrszeichen, Geschwindigkeitsbeschränkungen usw. müssen strikt beachtet werden. "Wer dem Gebot des Fahrens auf Sicht nachkommt und den entsprechenden Sicherheitsabstand einhält, wird vor so manch überraschend auftauchendem Schlagloch noch rechtzeitig reagieren sowie Schäden am Fahrzeug und Unfälle vermeiden können", so Tippel.

Daraus, ob der Lenker alle Sorgfaltspflichten eingehalten hat, ergibt sich auch das Ausmaß seines Mitverschuldens.

Gegebenenfalls rät der ÖAMTC-Jurist, den Unfallort sofern möglich mit Fotos genau zu dokumentieren und sich Zeugen zu sichern. Worauf es besonders ankommt: Man sollte klären, ob sich an dieser Stelle bereits vorher Schadenfälle infolge des Frostaufbruches ereignet haben. Das kann man bei Polizei oder Gendarmerie erfragen und dabei gleich auf die Straßensituation aufmerksam machen.

ÖAMTC-Service: Die Rechtsberatung des ÖAMTC in allen Landesclubs steht Mitgliedern bei der Abwicklung von Schadenersatz-Ansprüchen mit Rat und Tat zur Seite. In besonders dringenden Fällen ist über den Euro-Notruf der ÖAMTC-Schutzbriefdienste (Tel. 01/25 120 00) rund um die Uhr ein Club-Jurist erreichbar.

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ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

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