"Neues Volksblatt" Kommentar: "Selbstbehalt" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 21. Jänner 2003

Linz (OTS) - =

Vereinheitlichung ist angesagt. Im Pensionssystem
ebenso wie im Gesundheitsbereich. Im Raum steht ein einheitlicher Selbstbehalt für Gesundheitsleistung von 20 Prozent.
Modell für die Vereinheitlichung von Selbstbehalten soll das System der Eisenbahner, Beamten und Gewerbetreibenden sein. Betroffen sollen alle ärztlichen Leistungen sein, also auch Überweisungen.
Zur Erinnerung: Für ASVG-Krankenscheine sind derzeit 3,6 Euro zu berappen, für Eisenbahner kostet der erste Arztbesuch 2,06 Euro, jede weitere Visite 1,13 Euro.
Zum Trost: Für chronisch Kranke oder Bedürftige soll es Ausnahmen geben.
Angesagt ist auch eine umfassende Staatsreform inklusive einer noch sparsameren Verwaltung. Sie freilich verträgt sich wenig mit den Intentionen der Selbstbehalts-Diskussion. Durchgehende Selbstbehalte, so beteuern Experten, führten zu einer Aufblähung der Verwaltung in den Krankenkassen. (Die Ambulanzgebühr lässt grüßen). Die Gebietskrankenkassen beispielsweise müssten vierteljährlich an rund drei Millionen Versicherte Abrechnungen inklusive Zahlschein versenden, die Einzahlungen vermerken oder notfalls (über den Rechtsweg) einmahnen.
Frage: Warum sind mäßige Beitragserhöhungen eigentlich so verpönt?

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