"profil": ÖGB-Verhalten grenzt für Wirtschaftsbund-Generalsekretär an Provokation

Karlheinz Kopf kritisiert "ÖGB-Ladenhüter" - ortet "Griff in ideologische Mottenkisten" - Gewerkschafter betreiben "Klientelpolitik" - ÖVP-Alleinregierung "denkbar"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" übt der Generalsekretär des ÖVP-Wirtschaftsbundes, Karlheinz Kopf, scharfe Kritik am Verhalten der ÖGB-Vertreter bei den Sondierungsgesprächen zur Regierungsbildung. Kopf: "Man kommt sich vor wie in einer ÖGB-Belangssendung. Die Gewerkschafter geben der SPÖ die Themen vor."

In den Verhandlungen, so der Wirtschaftsbund-Generalsekretär, wären "alle möglichen Ladenhüter des ÖGB wie die Wertschöpfungsabgabe oder die Arbeitszeitverkürzung" präsentiert worden. Kopf: "Das grenzt an Provokation." Die Gewerkschaft betreibe "gezielte Klientelpolitik" und betreibe in diesem Zusammenhang "den Griff in ideologische Mottenkisten". Er sei überzeugt, so Kopf, dass SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer in die Regierung wolle, bezweifle aber, dass alle in der SPÖ diese Botschaft verstanden haben.

Ein schwarz-grünes Bündnis sei eine Variante, so der Wirtschaftsbund-Generalsekretär im "profil"-Interview, "die sich viele in der Wirtschaft vorstellen können, obwohl uns die Probleme einer solchen Koalition durchaus bewusst sind". Kopf zeigt sich bezüglich der Problemlösungsfähigkeit einer großen Koalition sekptisch. Eine kleine Koalition sei "beweglicher", eine ÖVP-Minderheitsregierung bloß "die vierte Variante". Dennoch sei sie denkbar. Kopf: "Bevor man sich auf eine Koalition mit zu vielen faulen Kompromissen einlässt, wäre das eine Ausweg."

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