"Kleine Zeitung" Kommentar: "Wortwahl" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 18.01.2003

Graz (OTS) - Wie sich die Zeiten ändern: Im Jänner 2000 sonnte sich die FPÖ im Glanz des scheinbar unaufhaltsamen Aufstiegs von Jörg Haider. Bei den Nationalratswahlen war seine Partei zur zweitstärksten geworden.

Damals versammelte sich die Führung der FPÖ in einem Schloss bei Graz. Man wollte beim Neujahrstreffen einerseits den Triumph bei
den Nationalratswahlen auskosten, um Stimmung für die kommenden Landtagswahlen zu machen, und sich andererseits auf die Regierungsverantwortung vorbereiten. Man lag Haider zu Füßen, der verspätet zum Siegesfest eintraf.

Heuer läuft alles anders ab. Das Neujahrstreffen findet nicht mehr in jenem Bundesland statt, in dem sich die FPÖ den nächsten Sieg erhofft also bei den Gemeinderatswahlen in Graz , sondern in Klagenfurt, der Trutzburg des seit Wochen in den Urlaub abgetauchten Kärntner Landeshauptmannes.

Dennoch wird sein Auftritt kein lokales Ereignis bleiben. Alle warten, ob er morgen sein Versprechen einhalten wird, sich aus der Bundespolitik herauszuhalten, oder ob er gegen den "Verräter" Wolfgang Schüssel loslegt. Haiders Wortwahl wird entscheidend sein, ob es doch noch zur Fortsetzung von Schwarz-Blau kommt. ****

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