Ackerl: Erhöhung des Pflegegeldes ist eine Bringschuld der künftigen Bundesregierung

OÖ. Sozial-Landesrat für "maßgeschneiderte Pflegepakete"=

"Ob mit oder ohne Reform muss die längst versprochene Erhöhung des Pflegegeldes kommen. Diese Bringschuld der Politik muss die künftige Bundesregierung - welcher Koleur auch immer 3 schleunigst einlösen", fordert Sozial-Landesrat Josef Ackerl. Angesichts der aktuellen Diskussionen stellt der oberösterreichische Sozial-Landesrat klar, dass es nicht ein "entweder/oder" sondern ein "sowohl/als auch" zwischen Geld- und Sachleistungen geben muss. "Für und gemeinsam mit den älteren, betreuungsbedürftigen Personen sollten "maßgeschneiderte Pflegepakte" entwickelt werden, die sich an ihren individuellen Bedürfnissen orientieren. In diesem Zusammenhang machen auch Anreize für eine stärkere Unterstützung durch professionelle Pflegeleistungen Sinn. Am hohen Stellenwert der familiären Pflege darf aber unter keinen Umständen gerüttelt werden," so Landesrat Ackerl. Für alle Pflegegeldbezieher/innen muss es weiterhin das Recht auf freie Entscheidung (für Sach- und/oder Geldleistung) geben. Gerade Menschen mit Beeinträchtigungen würden gegenteilige Einschränkungen zu Recht als Diskriminierung auffassen.

Die Eckpunkte einer Reform des Pflegegeldes:

Ein "Muss" in der Sozialpolitik: Erhöhung des Pflegegeldes, gesetzliche Festschreibung der Valorisierung im Ausmaß des Verbraucherpreisindexes (Inflationsausgleich). Trotz steigender Pflege- und Lebenserhaltungskosten (für pflegende Angehörige) wurde das Pflegegeld zuletzt 1995 erhöht.

Pflegemanagement für ältere, betreuungsbedürftige Personen:
Pflegegeldempfänger/in, Pflegeexperte/in und Vertreter/in der auszahlenden Stelle planen gemeinsam ein individuelles "Pflegepaket". Ein ähnliches Modell befindet sich in Oberösterreich für die Mobilen Dienste bereits in Ausarbeitung. Gemeinsame Festlegung, wer die Pflege durchführt, Hinweis auf beratende Besuche.

Verbesserte Information: Bereits die auszahlende Stelle sollte ihre PflegegeldbezieherInnen über das lokale Angebot an Mobilen Diensten informieren.

Kostenlose Erstberatung der Pflegegeldbezieher/innen durch professionelle Anbieter, um eventuell vorhandene "Berührungsängste" abzubauen.

In den höheren Pflegestufen Einführung von beratenden Besuchen zur Sicherung der Pflegequalität. Alle Studien zeigen, dass es den oftmals kolportierten großflächigen Pflegegeldmissbrauch nicht gibt.

Vorteile

Erhöhte Pflegequalität und Entlastung der pflegenden Angehörigen

verbessertes Zusammenspiel zw. professioneller und familiärer Pflege (Know-How-Transfer, Lernen von Profis)

Schaffung von qualitativ hochwertigen Pflegearbeitsplätzen:
wohnortnah, hohe Teilzeitquote

In Oberösterreich gab es mit Stichtag 31. Dezember 2001 45853 Bezieher/innen von Bundespflegegeld und 8150 BezieherInnen von Landespflegegeld. Rund 80% der Pflegegeldbezieher/innen leben zu Hause, über 80% sind älter als 60 Jahre.

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