Trunk: Gabor und Adidas offenbaren dramatische Strukturprobleme von Kärntens Wirtschaft

SPÖ-Nationalrätin Trunk bringt kommende Woche parlamentarische Anfrage an den Wirtschafts- und Arbeitsminister ein

Wien (SK) "Die Fälle Gabor und Adidas sind für die rund 340 gekündigten MitarbeiterInnen tragisch und daher gehört den betroffenen Menschen auch sofort geholfen. Noch dramatischer ist aber, dass hier wieder einmal die tiefgreifenden Strukturprobleme der Kärntner Wirtschaft offensichtlich werden, vor denen sowohl die Bundesregierung als auch die Freiheitlichen Landesregierungsmitglieder ihre Augen verschließen", stellte heute SPÖ-Nationalratsabgeordnete Melitta Trunk gegenüber dem Pressedienst der SPÖ fest. "Sowohl zu den Soforthilfemaßnahmen für die 340 gekündigten MitarbeiterInnen wie auch zu den grundsätzlichen Problemen der Kärntner Wirtschaft und des Kärntner Arbeitsmarktes werde ich daher nächste Woche eine parlamentarische Anfrage an den Wirtschafts- und Arbeitsminister Bartenstein einbringen." ****

Zur Wirtschaftspolitik des Bundes in den letzten drei Jahren stellte Trunk fest: "Immerhin hat die schwarz-blaue Bundesregierung zur Erreichung des Nulldefizits Österreich kaputtgespart, sodass die Menschen nun jeden Euro dreimal umdrehen müssen und die Inlandsnachfrage massiv zurückgegangen ist. Daneben wurden sämtliche Förderungen und Rücklagen des Arbeitsmarktservice angezapft und Gelder, die für Arbeitsmarkt-Programme dringend nötig wären, zur Budgetkosmetik verwendet. Dieses Geld fehlt jetzt besonders in strukturschwachen Regionen Österreichs, wie in Kärnten. Das solcherart geschwächte AMS kann da nun auch nur mehr wenig ausrichten". Trunk betonte, "dass ich daher gerade im Lichte der Kärntner Verhältnisse von Minister Bartenstein wissen will, warum ihm in einer Zeit der Rezession das Nulldefizit wichtiger ist als die Belebung des Arbeitsmarktes."

Zu den Strukturproblemen der Kärntner Wirtschaft erklärte Trunk:
"Kärnten hat leider sehr viele strukturschwache Regionen, in denen vorwiegend Niedriglohn-Jobs, Saisonier-Jobs und Teilzeitarbeitsplätze vorherrschen. Davon sind tragischerweise besonders viele Arbeitsplätze von Frauen betroffen. Uns fehlen einfach genügend Arbeitsplätze für hoch-qualifizierte MitarbeiterInnen. Statt dessen wird kurzsichtigerweise nur auf den Tourismus gesetzt, der wichtig ist, aber nicht alles ersetzen kann." "Sowohl in der Kaufkraft als auch bei der Arbeitslosigkeit ist Kärnten Österreichs Schlusslicht, das kann auch die aktuelle 'Jubelbroschüre' von Landesrat Pfeiffenberger nicht überdecken, die Details zum Arbeitsmarkt wohlweislich verschweigt", sagt Trunk. In der AMS-Statistik vom November 2002 hat Kärnten mit 9,1 Prozent klar die höchste Arbeitslosenquote in ganz Österreich, im Dezember wurde mit 23.984 Arbeitslosen und 11,4 Prozent Arbeitslosenquote eine neuer "Rekord" erreicht.

Trunk abschließend: "Kärnten blüht entgegen der Werbegags der FPÖ nicht auf, sondern rutscht immer mehr in eine bedrohlich Krise. Daran ändert auch die morgige Presseveranstaltung Haiders nichts. Die Strukturprobleme der Kärntner Wirtschaft hätten seriös und rechtzeitig angegangen werden müssen, anstatt jetzt wieder einmal im Nachhinein kosmetischen Maßnahmen im Einzelfall zu setzen." (Schluss) wf/mp

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