Verschüttet: Rettung durch Lawinenpieps

Hohe Überlebenschance für Verschüttete innerhalb der ersten Viertel-stunde. "Sicher Leben": Zwei Drittel durch Lawinenpieps zu retten!

Wien (OTS) - Abseits der Pisten durch verschneite Hänge gleiten -das ist eine Leidenschaft, der immer mehr Wintersportler frönen. Die Freiheit, auf unverspurten Hängen individuelle Abfahrten zu genießen, lockt Tourengeher, Variantenfahrer und Snowboarder gleichermaßen -für den Fall eines Lawinenabgangs sind allerdings nur die wenigsten ausgerüstet. 104 Menschen wurden im Jahr 2001 von Lawinen erfasst; 22 konnten nur mehr tot geborgen werden (Österreichisches Kuratorium für alpine Sicherheit). Bei der Bergung von Verschütteten kann das Lawinen-Verschütteten-Gerät (LVS-Gerät), sprich "Lawinenpieps", Leben retten. Vor allem der Kameradenrettung, das ist die Rettung durch begleitende Personen, kommt dabei eine große Bedeutung zu. Laut dem Institut "Sicher Leben" können dabei zwei Drittel der Verschütteten lebend geborgen werden. Bei organisierter Rettung sind hingegen mehr als 70 Prozent Totbergungen zu verzeichnen, da diese meist zu spät kommen. Für Lawinenopfer sind Minuten entscheidend, weiß "Sicher Leben"-Leiter Dr. Rupert Kisser: "Werden Verschüttete rasch geborgen, besteht eine hohe Überlebenschance. Nach 15 Minuten leben noch mehr als 90 Prozent. Nach 35 Minuten sinkt dieser Wert dramatisch -lediglich 30 Prozent können lebend geborgen werden."

Ohne Ausrüstung keine Chance

95 Prozent aller Lawinen werden durch den Skifahrer selbst ausgelöst. Ohne Ausrüstung besteht laut "Sicher Leben" für komplett Verschüttete wenig Chance. Das Mitführen eines "Lawinenpieps" allein schützt natürlich nicht vor dem verschüttet werden, wie der jüngste tragische Fall vom 25. Dezember deutlich vor Augen führt: Zwei Tourengeher konnten bei einem Lawinenunglück im Lungau nur mehr tot geborgen werden, die Suchgeräte sollen gut verpackt im Rucksack gewesen sein -ausgeschaltet! Zur richtigen Ausrüstung in den tief verschneiten Bergen gehört neben dem LVS-Gerät außerdem eine Lawinenschaufel, eine Sonde und der Lawinen-Airbag.

Lawinenpieps im Praxistest

Bei elektronischen Lebensrettern gibt es qualitative Unterschiede, wie eine Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI), des Institutes "Sicher Leben", der Naturfreunde Österreich und des Institutes für Lawinen- und Wildbachforschung des Bundesamts und Forschungszentrums für Wald (gefördert vom Staatssekretariat für Tourismus) deutlich macht. Im Praxistest wurden grundsätzlich alle im Handel erhältlichen Geräte für die Suche nach Verschütteten als geeignet befunden. Folgende Gruppierungen haben sich ergeben:

  • Einfache Ein- Antennengeräte: Die Anzeige erfolgt akustisch durch Piepstöne und optisch durch Leuchtpunkte. Nähert man sich dem Verschütteten - der natürlich auch ein LVS Gerät bei sich tragen muss
  • nimmt Ton- und Leuchtintensität zu.
  • Ein- Antennengeräte mit Display: Am Display kann die Annäherung an den Verschütteten bildhaft ausgedrückt werden.
  • Zwei- Antennengeräte mit Display: Sie sind in der Lage, zusätzlich zur Entfernung auch die Suchrichtung zum Verschütteten anzugeben.
  • Ein- Antennengerät für große Entfernung: Die Anzeige erfolgt nur akustisch, dafür spricht das Gerät auf große Entfernungen an. Wird nur von Spezialisten verwendet.

Es wurden aber auch Mängel und Kritikpunkte erhoben, u.a. dass bei manchen Geräten die Bedienungselemente zu klein, der Batterie-Ladezustand nicht erkennbar, die Beschriftung teilweise unverständlich oder die Handhabung der Bedienungselemente zu kompliziert war. Auch das Tragesystem wurde nicht immer optimal bewertet. Prinzipiell gilt aber, dass mit jedem Gerät erfolgreich gesucht werden kann - vorausgesetzt ist Vertrautheit mit dem Gerät und regelmäßige Übung.

Mehr Verantwortung - weniger Leichtsinn!

"Viele Lawinenopfer könnten noch am Leben sein, wenn mehr Verantwortung und weniger Bequemlichkeit im Spiel gewesen wäre", ist sich Kisser sicher. "Tourengehern und Tiefschneefreaks mangelt es im Ernstfall häufig an Erfahrung, Ausrüstung und Suchstrategien. Skitouren brauchen aber ein solides Gefahrenwissen, seriöse Planung, Kenntnis der aktuellen Lawinensituation, die Bereitschaft zur Umkehr - und Übung in der Handhabung des Lawinenpiepserls und der Rettung von Lawinenopfern."

Wer eine Einkaufshilfe benötigt: Der Folder Lawinenverschütteten-Suchgeräte wurde auch heuer wieder aufgelegt. Folder und Marktübersicht können beim Institut "Sicher Leben" Tel.:
01/7156644/313 (Renate Zorn) oder per mail:
renate.zorn@sicherleben.at. bestellt werden. Nähere Information bietet auch die vom Verein für Konsumenteninformation und Sicher Leben durchgeführte Markterhebung, über die Sie sich auf der Homepage www.sicherleben.at informieren können.

Rückfragen & Kontakt:

Institut Sicher Leben
Mag. Gabriele Hinterkörner
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/161

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