"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Ein kurzer Anruf aus dem Nirwana (von Manfred Posch)

Ausgabe vom 16.01.2003

Klagenfurt (OTS) - Heikles Thema Politiker-Absenz. Einerseits sind Politiker auch bloß Menschen mit Erholungsbedarf, andererseits schnürt ihr Kompetenzkonglomerat die Privatsphäre gehörig ein. Die Mehrzahl der Bürger vertritt die Meinung, hoch bezahlte Politiker hätten jedes Recht auf längeres Fernbleiben glatt verwirkt.

Das Thema umrankt Jörg Haider. Wegen chaotischer Kulturpolitik im Fokus heftiger Attacken stehend, denkt der Regierungsschef und für die Kultur zuständige Referent vorläufig nicht an Klärung, sondern zieht es vor, aus seinem Aufenthaltsort ein Geheimnis zu machen. (Kein Wunder, dass diverse Gerüchte neue Nahrung erhalten.) Causa Nr. 2: Das Land wird von einer Arbeitsmarktkatastrophe gebeutelt (300 Gabor-Leute gekündigt) Haider allerdings nimmt sich eine Auszeit! Zwar meldete er sich gestern kurz aus einem mysteriösen Nirwana zu Wort, doch als heftiges Engagement in schwerer Zeit gilt dies keineswegs.

Schließen wir mit der berühmten Frage, wie es Haider generell mit dem Urlaub hält. Antwort: Es gibt für ihn keine "amtliche" Urlaubsregelung, keinen dienstrechtlich definierten Urlaubszeitraum. Wohin er fährt und fliegt und wann er das tut, bleibt absolut seine Sache. Nicht aber im Interesse Kärntens kann es sein, dass Haider ausgerechnet dann fort ist, wenn seine Präsenz dringend erforderlich wäre.

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