Gabmann: Sofortprogramm am Bau auf für 2003

In NÖ werden im Februar 10.000 Wohneinheiten freigegeben

St.Pölten (NLK) - Ähnlich wie im Vorjahr, als sich die schlechte Baukonjunktur abzeichnete, wird das Land NÖ auch heuer ein Sofortprogramm starten, das aus vorgezogenen Investitionen besteht, kündigte heute Landesrat Ernest Gabmann bei einer Pressekonferenz im Anschluss an den NÖ Landesbautag 2003 im Puchberg am Schneeberg an. Der Wohnbaugipfel solle auf Februar vorgezogen werden. Auf diesem Gipfel sollen 500 Millionen Euro für 10.000 Wohneinheiten freigegeben werden. Darüber hinaus seien für 2003 auch rund 150 Millionen Euro für den Straßenbau vorgesehen, und man prüfe, ob nicht andere Investitionen ebenfalls früher begonnen werden können. "Die Bauwirtschaft ist eine Konjunkturlokomotive", bekräftiget Gabmann die Absicht, durch öffentliche Bauinvestitionen eine ausreichende Beschäftigung für die NÖ Bauwirtschaft sicherzustellen.

Die von ihm im September 2002 eingesetzte Arbeitsgruppe für den Kampf gegen die organisierte Schwarzarbeit sei eifrig tätig, meinte Gabmann weiter. Der organisierte Pfusch sei nur durch koordiniertes Vorgehen und durch Anzeigen erfolgreich zu bekämpfen.

Der Landesinnungsmeister der NÖ Bauwirtschaft, Ing. Manfred Schuster, legte ein Sechspunkteprogramm vor. Auch er trat für eine bessere Koordination bei der Bekämpfung des Pfuscherwesens ein, weiters für die Rückführung der Bauhöfe der Gemeinden und des Landes in die Privatwirtschaft, weil dadurch z.B. preisgünstigere und billigere Leistungen zu erzielen seien. Die Landesinnung begrüße zwar die ökologischen Maßnahmen des Landes beim Wohnbau, verlange aber auch ausführbare Bedingungen und längere Übergangszeiten. Im Verkehrsbau sollen die zuständigen Stellen, so Schuster, gezwungen werden, in kleineren Baulosen auszuschreiben. Die ÖBB solle verpflichtend auch die Klein- und Mittelbetriebe, etwa beim Hochleistungsstreckenbau, beschäftigen.

Die Präsidenten der NÖ Wirtschaftskammer, Sonja Zwazl, forderte die gewerksweise Vergabe öffentlicher Aufträge, weil nur dann klein-und mittelständige Betriebe die Möglichkeiten erhielten, sich an entsprechenden Ausschreibungen zu beteiligen. Die seit Anfang des Jahres geltende stärkere Förderung der kleinvolumigen Althaussanierung begrüßte Zwazl. Sie trat auch für die Reduktion öffentlicher Eigenregieleistungen ein.

Mehr privat, weniger Staat, sei auch für ihn die Richtschnur, sagte Landtagsabgeordneter Dipl.Ing. Bernd Toms. Auch habe sich das Land Niederösterreich durch die Verländerung der Straßen freien Spielraum erworben.

In der NÖ Bauwirtschaft sind - Stand: November 2002 - 44.090 Beschäftigte tätig, um 878 weniger als im November 2001. Die gesamte Bauwirtschaft in Niederösterreich hat Stand - Dezember 2002 - 9.280 Arbeitslose, um 147 weniger als im Dezember 2001. Die Schwarzarbeit in Niederösterreich beim Bau und Bauhandwerksgewerbe im Jahr 2002 schätzten Wirtschaftsforscher auf rund 1,32 Milliarden Euro.

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