Bartenstein: EU-Kritik an niedrigem Pensionsantrittsalter berechtigt

Altersteilzeit soll prinzipiell bleiben, Missbrauch aber unterbunden werden

Wien (BMWA/OTS) - "Die geplante Pensionsreform muss die Heranführung des faktischen Pensionsantrittsalters an das gesetzliche zum Ziel haben, Frühpensionierungen sind nicht mehr länger leistbar", erklärte Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein heute. Die gestern von der EU geäußerte Kritik an steigenden Aufwendungen für Pensionen und der damit zusammenhängenden niedrigen Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer sei berechtigt, eine Reaktion darauf werde mit dieser bereits definierten Zielsetzung der Pensionsreform bereits vorweggenommen. Durchschnittlich gehen in Österreich die Frauen mit 57 und die Männer mit 58 Jahren in Pension, deutlich früher als im EU-Durchschnitt. ****

Die Möglichkeit einer Altersteilzeit - gedacht als ein "Hineingleiten" in den Ruhestand, indem ältere Arbeitnehmer bei geringerer Wochenarbeitszeit und entsprechend geringerer Entlohnung bis in ein höheres Lebensalter beschäftigt werden - soll prinzipiell beibehalten werden, betonte Bartenstein. Allerdings müsse ein Missbrauch dieses Systems unterbunden werden. Für den Arbeitsminister zählt dazu die "Blockung" - Konzentration der wöchentlichen Beschäftigungszeit auf den Beginn der Teilzeitphase mit anschließender Nicht-Beschäftigung - oder das "Hochfahren" von Teilzeitbeschäftigung in kurzzeitige Vollbeschäftigung mit anschließender Altersteilzeit.

Senkung der Arbeitskosten

Die von der Bundesregierung geplante "Aktion 60+" mit der darin enthaltenen Senkung von Sozialversicherungsbeiträgen betreffe nur einen kleinen Teil der arbeitenden Bevölkerung - rund 30.000 Personen -, räumte Bartenstein ein. Eine Ausdehnung auf die über 55-jährigen sei daher zu überlegen. Das sei ein notwendiger Begleitschritt zur Pensionsreform, um die Beschäftigungsmöglichkeit von älteren Menschen zu verbessern.

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