NÖGKK-Hutter zu Selbstbehalte-Diskussion: "Sehe keine Vorteile für ASVG-Versicherte!"

Wien (OTS) - "Ich kann keine Vorteile für unsere Versicherten sehen", kommentiert der Obmann der NÖGKK, KR Gerhard Hutter, die Aussage von FP-Chef Herbert Haupt, die ASVG-Versicherten würden durch einen einheitlichen 20%igen Selbstbehalt bei Arztbesuchen sogar entlastet werden. Im Gegenteil: "Ich fürchte, dass 50 % aller Selbstbehalte die Pensionisten zahlen müssten. Hier werden nicht nur die Kranken, sondern auch die älteren Menschen einseitig belastet."

Das wäre für Hutter der Weg in die Zwei-Klassen-Medizin. Denn "in seinen letzten beiden Lebensjahren braucht der Mensch den Großteil der medizinischen Leistungen. Der alte oder sterbende Mensch müsste also die höchsten Selbstbehalte zahlen. Oder - noch schlimmer - es müsste sogar die Witwe zur Kasse gebeten werden".

Daher sagt Obmann Hutter "Ein klares Nein" zur derzeit heftigen Diskussion rund um die Einführung neuer Selbstbehalte. "Denn diese Maßnahme würde - selbst wenn alle ohne Ausnahme zur Kasse gebeten werden - nur maximal 40 % unseres Defizits abdecken" (bei einem Minus von 125 Mio. Euro für 2003). Darüber hinaus ist die Art der Einhebung nicht geregelt; hier ist mit einem enormen Verwaltungsaufwand zu rechnen. "Der Verwaltungsaufwand könnte die Einnahmen zu einem größeren Teil auffressen - ein zweiter Fall Ambulanzgebühr!!" fürchtet Hutter.

Sein Gegenvorschlag, um das Defizit der NÖGKK abzudecken? "Statt der Selbstbehalte, die eine einseitige Belastung nur für die Kranken darstellen, sollte man über andere, solidarische Arten der Mittelzuführung nachdenken." So ist etwa die Zweckbindung der Tabaksteuer fürs Gesundheitswesen gerade ein halbes Jahr den Krankenkassen zu Gute gekommen, jetzt sponsern Raucher das Bundesbudget.

Fair erschiene Hutter auch eine moderate Beitragserhöhung für alle, die ja Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen zahlen. "Mit drei bis vier Euro pro Monat - je Dienstgeber und Versicherten - könnte der hohe medizinische Standard für alle aufrecht erhalten werden."

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