Wiener Grüne: Deutschkurse - Zwang statt Hilfe, Chaos statt Integration

Vassilakou: Erfolgreiche Schritte Wiens werden konterkariert

Wien (Grüne) - Zu dem seit 1.1.2003 in Kraft getretenen so genannten "Integrationsvertrag" und seinen Folgen sieht Grün-Stadträtin Maria Vassilakou "chaotische Planung des Innenministeriums und fehlendes Verständnis einer erfolgreichen Integrationspolitik". Die Grünen unterstützen prinzipiell ein ausreichendes Angebot an Deutschkurse, aber so Vassilakou: "Diese sollen unbedingt auf Freiwilligkeit beruhen, und niemals mit Angst machenden und drohenden Sanktionen verknüpft werden, zumal auf Menschen, die keine lateinischen Schriftzeichen beherrschen, oder auf Menschen, die nicht alphabetisiert sind, überhaupt keine Rücksicht genommen wurde".

Die Menschenrechtssprecherin der Wiener Grünen nimmt Wien als positives Beispiel: "Das Wiener Modell einer freiwilligen Sprachoffensive für MigrantInnen und ein flächendeckendes Kursangebot, das freiwillig besucht werden kann, und ein akzeptables Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist, hätte dem Innenministerium als Beispiel dienen können. Mit den Zwangsdeutschkursen und Sanktionsandrohungen wird diese, in seinen Ansätzen tatsächlich integratives, Modell jedoch konterkariert."

Das Chaos, das nun nicht nur bei MigrantInnen herrscht, sondern auch bei den Anbietern, die noch gar nicht wissen, wie das Kursangebot nun eigentlich auszuschauen hat, kommentiert Vassilakou:
"Das ist ein hausgemachtes Chaos des Innenministeriums. Würden nämlich nicht politische Eifersüchteleien und eine koalitionäre FPÖ-Handschrift im Vordergrund stehen, sondern ein ernsthaftes Bemühen, eine österreichweite Versorgung zu gewährleisten, wären bisherige erfolgreiche Modelle, wie in Wien, miteinbezogen worden. Ich kann nur an das Innenministerium appellieren, eine Chaossituation in der Bundeshauptstadt mit seinen zahlreichen MigrantInnen, zu vermeiden."

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