Petrovic: Verbund-Haider konterkariert Anti-Atompolitik

Minister Bartenstein muß weitere Beteiligung von Atomkonzernen an heimischen Energieerzeugern verhindern

Wien (OTS) - "Verbund-Chef Hans Haider konterkariert die Ziele der österreichischen Anti-Atom-Politik. Es stellt sich die Frage, ob Haider zum Agent der Atomkonzerne mutiert ist", kritisierte Madeleine Petrovic, stv. Bundessprecherin der Grünen, die gestrige Ankündigung des Verbund-Vorstandssprechers, Atomkonzerne wie RWE, EdF oder E.ON müssten als Partner der heimischen E-Wirtschaft nach Österreich geholt werden.

Der Vorstoß Haiders sei ein Schlag ins Gesicht der breiten Mehrheit der österreichischen Bevölkerung, die eine Kooperation mit Atomkonzernen und einen Anstieg von Atomstromimporten klar ablehnt. Österreichs Anti-Atom-Politik - sei es das Auftreten gegen Milliarden-Kredite der EU für den Bau neuer Atomkraftwerke oder gegen Temelin - verliere jede Glaubwürdigkeit, wenn man gleichzeitig mit der Atomlobby Geschäfte machen will. Die österreichische Stromlösung sei ja auch vor dem Hintergrund gesucht worden, um einen Verkauf der E-Wirtschaft an Atomkonzerne zu unterbinden, so Petrovic. "Wirtschaftsminister Bartenstein muß in seiner Funktion als Mehrheitseigentümer des Verbundes einen weiteren Verkauf der heimischen E-Wirtschaft an Atomkonzerne unterbinden", so Petrovic.

Die Abgeordnete erinnert daran, dass seit dem EU-Beitritt und der Energie-Liberalisierung Atomstromimporte nach Österreich stark zugenommen haben und derzeit bereits bei ca. 15% liegen. "Auch beim Verbund steigt der Atomstromanteil kontinuierlich an. Und durch eine 6,6% Beteiligung des deutschen Atomkonzerns EnBW hat der Verbund die Atomlobby schon im eigenen Haus sitzen", kritisierte Petrovic.

Mit dem drohenden Verkauf des vom Verbund bei der Bayernfinanz zwischengeparkten EVN-Anteils von ca. 14% steht der nächste Atomdeal bereits ins Haus. Einerseits hält die E.ON eine Kaufoption auf das Paket. Andererseits verstummen die Gerüchte nicht, wonach die steirische EstAG die EVN-Anteile kaufen könnte. Die EstAG wird ihrerseits seit 1997 vom französischen Atomriesen EdF kontrolliert (25,1%).

Petrovic fordert einen Stopp des Verkaufs der österreichischen E-Wirtschaft an Atomkonzerne. "Österreich sollte sich auf den konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien konzentrieren", so Petrovic. Sie kündigt an, die Atomgeschäfte der heimischen E-Wirtschaft auch auf der morgigen EVN-Hauptversammlung zu thematisieren.

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