SP-Wirtschaftsverband: Selbstbehalte lassen Verwaltungskosten der Krankenversicherungen explodieren

Wien (SK) "Krankenversicherungen mit Selbstbehalten sind die Spitzenreiter bei den Verwaltungskosten", rechnet Wolfgang Schimböck, Vertreter des SPÖ-Wirtschaftsverbandes im Präsidium des Hauptverbandes der Sozialversicherung vor: Der jährliche Verwaltungs-und Verrechnungsaufwand beträgt bei der Gewerblichen Versicherungsanstalt, die bekanntlich einen 20-prozentigen Selbstbehalt einhebt, für den einzelnen Versicherten durchschnittlich beachtliche 84,60 Euro und steigert sich bei der Krankenkasse der Bundesbeamten sogar noch auf 97,69 Euro. Im ASVG liege der entsprechende Wert bei rund 50 Euro. ****

"Kassensysteme nach dem ASVG-System, die den von ÖVP-Gesundheitsexperten geforderten Selbstbehalt nicht kennen, kommen mit einer bedeutend kostengünstigeren Administration aus", betonte Schimböck am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. So finde die Oö. Gebietskrankenkasse mit einem Verwaltungskostenanteil von 48,94 Euro pro Versicherten das Auslangen.

Aber auch das sogenannte "Einzelleistungs-Abrechnungssystem", wie es die Krankenkasse der Bundesbeamten kennt, bei dem Vertragsarzt und Therapeuten für bestimmte Leistungen genau festgelegte Beträge abrechnen, "führt zur Kostenexplosion", erläuterte Schimböck. Die Bundeskasse wendet bereits durchschnittlich 649,84 Euro pro Versicherten auf, während die Oö. Gebietskrankenkasse durch Pauschalabrechnungen bei der Inanspruchnahme durchschnittlich mit 350 Euro pro Versicherten auskommt.

Dass Selbstbehalte im Präventionsbereich "kontraproduktiv und unsozial sind", ist für Schimböck evident. "Versicherte mit wenig Einkommen - und dazu gehört auch die überwiegende Anzahl der selbständig Erwerbstätigen - werden sich einen vorbeugenden Arztbesuch zweimal überlegen", warnt Schimböck. Gerade die Früherkennung minimiert aber Behandlungskosten und ermöglicht in vielen Fällen eine Gesundung und weitere Teilnahme am Erwerbsleben.

Selbstbehalte seien daher sowohl aus der betriebswirtschaftlichen Sicht der Krankenversicherungen als auch aus volkswirtschaftlicher Sicht insgesamt abzulehnen, fasste Schimböck zusammen. (Schluss) wf

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