Brauner zieht Bilanz bei Frauennotruf: 20 Prozent mehr Anrufe

Über 5.274 mal haben im Jahr 2002 Frauen und Mädchen Beratung und Schutz beim Wiener Frauennotruf gesucht

Wien (OTS) - Unter der Nummer 71 71 9 bietet der Wiener
Frauennotruf seit sieben Jahren rund um die Uhr Beratung und Schutz für Frauen, die Opfer von sexueller, psychischer oder physischer Gewalt werden. Seit 1996 fanden rund 29.000 Beratungskontakte statt. Im Jahr 2002 verzeichnete der Frauennotruf die höchste Steigerung in der Anruffrequenz. Gegenüber dem Vorjahr läutete das Notruftelefon um 600 mal häufiger. Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner wertete dies als Signal für die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung auf Wiener Ebene: "Leider ist Gewalt gegen Frauen ein Faktum in unserer Gesellschaft. Der Wiener Frauennotruf ist eine wichtige Institution für betroffene Frauen. Die Steigerung im vergangenen Jahr zeigt, wie gut dieses Hilfsangebot aufgenommen wird. Ich danke den Mitarbeiterinnen des Frauennotrufes für die gute, wichtige und sehr schwierige Arbeit, die sie tagtäglich rund um die Uhr leisten." Insgesamt wurden 4.466 telefonische Beratungen geführt. Über 800 mal nutzten die betroffenen Frauen und Mädchen die Möglichkeit eines persönlichen Beratungsgespräches, einer Begleitung zu einer Anzeige, ins Krankenhaus oder zu Gericht.****

Die 24 Stunden Erreichbarkeit ist ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Krisenversorgung. Etwa 40% der betroffenen Frauen und Mädchen wenden sich innerhalb 24 Stunden nach der Tat an den Frauennotruf. Bei Anrufen während der Nacht handelt es sich immer um Akutfälle. Am Vormittag treffen etwa 40 Prozent, nachmittags bis 20.00 Uhr um die 30 Prozent und in den Abend und Nachtstunden an die 30 Prozent der Anrufe ein.

Nach den Erfahrungen des Frauennotrufes steigt besonders in der Zeit nach den Feiertagen die Anzahl der Anrufe. Die Leiterin des Frauennotrufes Dr. Karin Spacek bestätigte, dass auch dieses Jahr nach den Weihnachtsfeiertagen und nach Silvester die Gewalt in manchen Beziehungen und Familien eskaliert sei. "Wenn Menschen über mehrere Tage ungewohnt viel Zeit miteinander verbringen, können Spannungen auftreten, sodass schließlich schon Kleinigkeiten als Konfliktauslöser fungieren können. Wichtig ist es aber, ‚normale’ Familienstreitigkeiten von Gewalttaten zu unterscheiden." Denn Misshandlungen kämen das ganze Jahr über vor, aber zu den Feiertagen könne es, auch durch Alkoholkonsum, zu einer verstärkten Eskalation kommen. Spacek empfiehlt allen betroffenen Frauen unbedingt Hilfe zu suchen, etwa die Polizei zu holen, die den Täter aus der Wohnung weisen könne.

Wendet sich eine betroffene Frau an die Mitarbeiterinnen des Notrufes wird zuallererst abgeklärt, ob für sie noch akute Gefahr besteht. Je nach Situation werden Polizei oder Rettung geschickt, oder dem Opfer angeboten, sofort in den Notruf zu kommen, um für die nächsten Tage/Stunden einen Krisenplan zu erstellen. Oft ist aber das Gespräch mit der Beraterin als Außenstehende auch ein wesentlicher erster Schritt für die betroffene Frau, sich über ihre Situation klarer zu werden. Möchte die betroffene Frau eine Anzeige machen, wird sie von den Notruf-Mitarbeiterinnen zur Polizei begleitet. Das Team des Frauennotrufes besteht aus 4 Psychologinnen, 2 Juristinnen und 3 Sozialarbeiterinnen. Alle Angebote sind kostenlos und anonym.

o Service: 24-Stunden-Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen Tel.: 71 71 9
Internet: http://www.wien.at/ma57/not.htm

(Schluss) hk

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Heidemarie Kargl
Tel.: 4000/81840
Handy: 0664/140 96 86
kar@gif.magwien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0010